{TRACK
1:
Lettre Du Voyant}
TRACK 2:
Ophelia
TRACK 3:
Vokale
TRACK
4:
Ich Treibe In Die Blaue Ewigkeit
TRACK 5:
Blumen (1)
TRACK 6:
Blumen (2)
TRACK
7:
Gesang Vom Höchsten Turm (1)
TRACK
8:
Gesang Vom Höchsten Turm (2)
TRACK 9:
Reise In Den Winter
TRACK
10:
Resignation An Einem Maientag
TRACK
11:
Es Ist Ein Turm Erhoben
TRACK 12:
In Der Sommerfrüh
TRACK 13:
Poison Weed
TRACK 14:
The Stolen Heart |
Lyrics:
Lettre Du Voyant
[Scrolle herunter für eine Deutsche Übersetzung von
Arthur Rimbaud’s Original Gedicht.]
(…) Je est un autre. Si le cuivre s’éveille
clairon, il n’y a rien de sa faute. Cela m’est évident. J’assiste
à l’éclosion de ma pensée: je la regarde, je l’écoute: je lance un
coup d’archet: la symphonie fait son remuement dans les profondeurs,
ou vient d’un bond sur la scène.
Si les vieux imbéciles n’avaient pas trouvé du moi que la signification
fausse, nous n’aurions pas à balayer ces millions de squelettes qui,
depuis un temps infini, ont accumulé les produits de leur intelligence
borgnesse, en s’en clamant les auteurs!
(…) La première étude de l’homme qui veut être poète est sa propre
connaissance, entière. Il cherche son âme, il l’inspecte, il la tente,
l’apprend. Dès qu’il la sait, il la doit cultiver: cela semble simple:
en tout cerveau s’accomplit un développement naturel; tant d’égoïstes
se proclament auteurs; il en est bien d’autres qui s’attribuent leur
progrès intellectuel! – Mais il s’agit de faire l’âme monstrueuse:
à l’instar des comprachicos*, quoi! Imaginez un homme s’implantant
et se cultivant des verrues sur le visage.
Je dis qu’il faut être voyant, se faire voyant.
Le poète se fait voyant par un long, immense et raisonné dérèglement
de tous les sens. Toutes les formes d’amour, de souffrance, de folie;
il cherche lui-même, il épuise en lui tous les poisons, pour n’en
garder que les quintessences. Ineffable torture où il a besoin de
toute la foi, de toute la force surhumaine, où il devient entre tous
le grand malade, le grand criminel, le grand maudit, – et le suprême
Savant! – Car il arrive à l’inconnu! – Puisqu’il a cultivé son âme,
déjà riche, plus qu’aucun ! Il arrive à l’inconnu ; et quand, affolé,
il finirait par perdre l’intelligence de ses visions, il les a vues!
Qu’il crêve dans son bondissement par les choses inouïes et innommables:
viendront d’autres horribles travailleurs; ils commenceront par les
horizons où l’autre s’est affaissé!
Lettre Du Voyant („Seher-Brief“)
An Paul Demeny
Charleville,15. Mai 1871
(…) Denn ich ist ein anderer. Wenn das Blech als Trompete erwacht,
so ist es nicht seine Schuld: das ist für mich erwiesen. ich bin bei
der Entfaltung meines Gedankens nur zugegen: ich betrachte ihn, ich
höre ihn; ich tue einen Bogenstrich: die Symphonie wogt in den Tiefen,
oder sie springt mit einem Satz auf die Bühne.
Wenn diese alten Schwachköpfe etwas mehr als nur die falsche Bedeutung
des Ich entdeckt hätten, so müssten wir nicht jene Abermillionen von
Skeletten hinwegfegen, die (seit undenklichen Zeiten!) die Zeugnisse
ihrer einäugigen Intelligenz angehäuft und sich als deren Autoren
ausposaunt haben!
(…) Das erste Bestreben des Menschen, der Dichter werden will, ist
die – uneingeschränkte – Kenntnis seiner selbst; er sucht seine Seele,
erforscht, versucht und erfährt sie. Sobald er sie kennt, muss er
sie bilden. das klingt so einfach: in jedem Hirn vollendet sich eine
natürliche Entwicklung; wieviele Egoisten erklären sich zu Autoren;
wieviele andere schreiben sich den eigenen Geistesfortschritt zu Gute!
– doch es geht darum , die Seele ungeheuerlich zu machen: ja, nach
dem Vorbild der Comprachicos*! Wie einer, der auf seinem Gesicht Warzen
pflanzt und heranbildet.
Ich sage man muss Seher sein, muss sich sehend machen.
Sehend macht sich der Dichter durch eine lange, unermessliche und
planmässige Ausschweifung aller Sinne. alle Formen der Liebe, der
Qual, des Wahnsinns; er sucht eigens, er erschöpft an sich alle Gifte,
um nur ihre Quintessenz zu bewahren. unsägliche Tortur, für die er
allen Glauben braucht, alle übermenschliche Kraft, bei der er unter
allen der grosse Kranke wird, der grosse Verbrecher, der grosse Verdammte,
– und der höchst Wissende! – denn er kommt an im Unbekannten! Denn
er hat seine Seele,die ohnehin reiche, mehr ausgebildet als jeder
andere! Er kommt an im Unbekannten, und sollte ihm in seiner Bestürzung
am Ende der Sinn seiner Visionen entgleiten, er hat sie gesehen! Mag
er wenn es ihn hochreisst, an all dem Unerhörten, Unnennbaren krepieren:
es werden neue Arbeiter des Grauens kommen; und sie werden von den
Horizonten aufbrechen, an denen der andere zusammengebrochen ist!
*Comprachicos: „Kinderkäufer.“ Eine nomadische Vereinigung im Spanien
des 17. Jahrhunderts welche Handel mit Kindern betrieb, sie verstümmelte
und als „Monster“ in Circus Shows ausstellte.
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