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Das Honigmeer Wir stehen am Meer. Alle Kinder aus unserem Dorf staunen in dem grünblauen Leuchten des Planktons. Wir tauchen unsere Hände in das warme Wasser und können unsere Namen ins Wasser schreiben. Ich schreibe „Urizen“ in das glosende Wasser. Das Wort schwebt dunkel in den Wellen, umsäumt von Myriarden leuchtender Wassertropfen. Von der jungen, lieben Frau Yumiko habe ich gelernt, dass mein Name „Venunft“ bedeutet. Aber ich weiß nicht so recht, ob ich es auch richtig verstehe. Ich sehe am Horizont einige unserer Himmelsbarken. Sie können uns entweder über das Meer oder durch das Weltall zu anderen Dörfern Utopias bringen. Auf ihren Masten tanzen blauweiße Elmsfeuer. Meine Freunde sehen sich an und lachen. Uns stehen alle die Haare zu Berge. Das Wetterleuchten fegt wie ein Traum über das Meer, kitzelt uns und seine elektrische Kraft macht uns leuchten. Ich warte im geheimen auf das Schlafen gehen, denn ich will wieder von Yumiko träumen. Sie hatte gesagt, dass sie nicht in Utopia lebt. Dass sie weit, weit weg wohnt, wo die Menschen miteinander kämpfen, und wo die Lämmer nicht friedlich neben den Wölfen liegen, wie sie es hier tun. Wenn ich die Augen schließe höre ich ein anderes Meer rauschen. Eines, von dem mir meine Mütter erzählt haben. Es sei ein Meer von Honig, von Horizont zu Horizont, und in diesem Meer werden wir alle Ruhe finden, wenn es soweit ist, damit wir uns auf unsere Rückkehr vorbereiten können. Ich hatte in einer der vergangenen Nächte Yumiko von diesem Meer erzählt. sie hatte lange darüber nachgedacht und mich gefragt, ob wir denn in jenem Meer aus Honig schwimmen könnten. Darüber hat hier noch niemand nachgedacht.
„Du bist nicht von hier“ hatte Yumiko zu mir gesagt.
Ich fragte, wo es denn sei. Yumikos Stimme war so leise geworden, dass ich sie kaum noch vernehmen konnte. |
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