Ostern im WildWeb



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Tabu Totem Freud

Ketzerische Ursprünge?

Einst zogen die Rotten über die Erde. Lange bevor aus ihnen nomadische Menschen wurden. Der Leitbulle, der Oberpascha mit dem Besitzrecht an allen Weibchen der Rotte wusste, wann es Zeit war, die Jungbullen zu verstoßen. Ihre zunehmende Kraft und Geschlechtsreife machten sie zu seinen gefährlichsten Rivalen.
Es war eine wichtige aber (für die Jungbullen) grausame Tat. Eine Art Urverbrechen, das uns zeigt, wie lächerlich einfach die "große Schöpfung" funktioniert.
Die Jungen begannen ihren Vater zu hassen, während sie in gehörigem Abstand zur Rotte mitzogen. Der Hass wurde immer stärker, bis sie bereit waren, gegen eines der ältesten Urgesetze der Schöpfung zu verstoßen: den Vatermord!
Sie wählten ein Tier, in dem sie ihren verhassten Vater sahen. Ihr Totemtier. Und dann - in den Hochzeiten des Hasses wurde dieses Tier getötet und verspeist.

Eines der ältesten Totemtiere unseres Zivilisationskreises ist das Lamm.

Kannibalismus & Konsekration

Brot und Wein...

Aus dem Totemtier und dem kanibalistischen Ansatz, den eigenen Vater zu fressen wurde das Passah-Lamm der Juden und aus diesem das "Lamm Gottes" der Christen. Manche sehen darin eines der großen Geheimnisse von Ostern: die Auferstehung als Sinnbild der Vergeistigung der Menschheit, als Parallele zur ent-stofflichung der Religionen.
Eigentlich fressen wir immer noch den Vater der uns aus dem Paradies vertrieben hat, indem wir "das Lamm Gottes" verspeisen, aber wir tun es bereits eine Stufe symbolischer als es der jüdische Brauch während des Auszuges aus Ägypten war: wir lassen den Priester Wein und Brot in Fleisch und Blut verwandeln. Diese Konsekration ist wiederum ein Sinnbild eines der größten Wandel der Menschheit, der von der Verfeinerung der Speisen.
Brot und Wein waren wohl die beiden ersten "künstlichen Lebensmittel". Durch chemische Reaktionen haltbarer und schneller verdaulich gemacht oder -wie beim Wein- zur ersten "synthetisch" hergestellten Rauschdroge geworden, zeigen Brot und Wein sich als mächtigstes Symbol der Vergeistigung (und damit laut Mystik der Vervollkommnung).

Der Engel des Todes

Ursprünge des christlichen Osterfestes im jüdischen Pessach...

Moses sagte zu Pharao: "Let my people go", aber Pharao wollte nicht, weswegen Gott sieben Plagen sandte, von denen die Tötung der Erstgeborenen die schlimmste war.
Der Engel des Todes sollte durch die Straßen der Stadt ziehen und jedes Haus, an dem er vorbeikam sollte den Verlust erleiden. Den Juden aber wurde gesagt, ein Lamm zu schlachten und dessen Blut mithilfe von Bitterkräutern an den Türpfosten zu streichen. Das war das Zeichen für den Engel, dass dieser an jenen H¨usern "vorrüberziehe;" und deren Einwohner verschonte. (Daher "Pessach", Fest des "Vorrübergangs")

Die Juden aber sollten in jener Nacht ihre geschlachteten Lämmer über dem Feuer rösten und "gegürtet", also reisebereit angezogen, im Stehen verspeisen. Das geschah in Erinnerung an ihre nomadische Zeit, als Kochen in Kesseln schier unmöglich war (wegen des Transports der Kessel und des größeren Verbrauchs von Holz).

Aus Pessach wurde das christliche Osterfest. Aus dem letzten Abendmahl Jesu wurde die christliche Eucharistie. Wein und Brot, als Sinnbild für den rituellen Verzehr des "Alten" durch das "Neue". Die Auferstehung ein Gleichnis der Menschwerdung und der Emanzipation von alten "Blut- und Donnerreligionen".


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