Peter Kürten

9 ++ Opfer

„Nachdem mein Kopf abgehackt wurde, werde ich immer noch in der Lage sein, zu hören, wenigstens für einen Moment: das Geräusch, wie das Blut aus meinem Hals sprudelt? Das wäre das Vergnügen, das alle anderen Vergnügen beendete“

Peter war neun Jahre und unternahm mit zwei befreundeten Jungs eine Floßfahrt auf dem Rhein. Aus einer Laune heraus, stieß Peter einen der Jungs ins Wasser. Der andere sprang sofort hinterher, um den Nichtschwimmer zu retten. Aber Peter hielt beide mit einem Paddel so lange unter Wasser, bis sie ertrunken waren.
Es sollte von hier an kein weiter Weg mehr werden, ehe der junge Kürten Brutalität, Folter und Mord (zuerst an Tieren dann an Menschen) als Quelle sexueller Befriedigung finden würde.

Peterle hatte kein Gewissen. Im Gefängnis, angesichts der ihm drohenden Guillotine bekundete er, daß es ihm Vergnügen bereite, sich an all die Details seiner Morde zu erinnern.

Geboren 1883 in Köln Mühlheim, fand er als Kind Vergnügen daran, Eichhörnchen zu erwürgen und Tiere zu quälen. Als Teenie trieb er es dann mit Ziegen und Schafen, denen er, um zu einem Orgasmus zu kommen, beim Sex die Kehle durchschnitt.

Aufgewachsen in einer zehnköpfigen Familie, wurde die ein-Zimmer Wohnung zur Brutstätte sexueller Devianz (die Papa Kürten vorlebte) und Inzest.

Als Kürten eines Tages einen Schwan erwürgte, ihm den Kopf abriss und das Blut heraussaugte erfüllte dies den Mann mit einem schier überwältigenden Erregung.

Während des Sommers 1929 überzog er Düsseldorf mit einer Welle des Schreckens. Der biedere, glücklich verheiratete Fabrikarbeiter lieferte jede Woche eine neue Leiche, von deren Blut er trank.

Seinen ersten Mord beging Peter im Jahre 1919 in Kln, wo er in die Wohnung der Familie Klein in der Wolfsstraße in Köln eindrang. Die zehn Jahre alte Christine Klein, schlafend, erwürgte er im Bett und penetrierte danach mit den Fingern ihre Geschlechtsteile. Mit seinem obligatorischen Taschenmesser schnitt er der Leiche den Kopf ab. Das Rauschen des Blutes, das Blut selbst, erregte den „Vampir von Düsseldorf“ jenseits aller Vorstellungen. In derselben Nacht fuhr er wieder nach Düsseldorf.

Am 23. August 1929, erfreuten sich die Leute von Flehe an ihrem Jahrmarkt, als Kürten gegen 23 Uhr 30 die beiden Ziehgeschwister, die vierzehnjährige Louise Lenzen und die fünfjährige Gertrude Hamacher überfiel, die ältere zum Zigarettenholen schickte und das jüngere Mädchen derweil bestialisch ermordete.

Kürten war bereits durch hunderte Diebstähle, Brandstiftungen, sexuellen Belästigungen zu einem echten Erste-Klasse-Primaten der Spezies Mensch herangereift.

In seiner Kindheit beging er gemeinsam mit seinem Bruder Otto unsägliche Grausamkeiten an Tieren, aber der Drang wurde mit jedem Jahr stärker und stärker. Das Töten allein reichte nicht mehr aus. Die Leichen mussten geschändet werden. Kürten gilt unter den Serienmördern (welche sexuelle Begierde durch nicht-sexuelle Handlungen stillen) als klassischer Verstümmeler Als Kürten eines Tages einen Schwan erwürgte, ihm den Kopf abriss und das Blut heraussaugte erfüllte dies den Mann mit einem schier überwältigenden Erregung.

Im Jahre 29 und 30 versetzte der Sexualpsychopath nicht nur die Stadt Düsseldorf in Panik. Er war Thema auch in internationalen Zeitungen. Die Weimarer Republik hatte sich kaum von den Monstrositäten eines Fritz Haarmann oder Papa Denke erholt. Überall tauchten seine zerstümmelten Opfer und man nannte ihn von daher an international den „Vampir von Düsseldorf“ der bis Mai 1939 noch auf freiem Fuße war. Später sollten Bücher wie „Die Monster von Weimar“ geschrieben werden Verstümmeler

Am 14 Mai 1930 rettete Kürten am Düsseldorfer Bahnhof eine junge Fraur vor dem Übergriff eines Mannes. Die Frau gestand, dass sie keine Wohnung hatte, worauf Kürten sie spontan zu sich nach Hause einlud. Er vergewaltigte sie, würgte sie ohnmächtig, hatte aber keine Lust, sie zu töten und deponierte die Bewusstlose in der Nähe einer Straßenbahnhaltestelle.
Er dachte, sie würde niemals den Weg in seine Wohnung wieder finden,
Er dachte falsch.
Budlick zeigte Hauptkommisar Gennat den Weg zur Mettmanner Strasse 71, wo Kürten wohnte.

Aber die Verbindung zu den Morden in Düsseldorf konnte nicht hergestellt werden. Kürten gestand seiner Frau, dass er selbst, der berüchtigte Vampir sei und sie auf der Stelle umbrächte, wenn sie irgend jemandem davon erzählte. Aber sie konnte nicht schweigen und ging zur Polizei.

Am 24. Mai trafen sich Kürten und seine Frau bei der St. Rochuskirche in Düsseldorf.
Die Polizei kam mit geladenen Gewehren, aber Kürten empfing sie lächelnd und leistete keinen Widerstand. „Es gibt keinen Grund für Sie, Angst zu haben“, sagte er.

Während seines Prozesses enthüllte Kürten die widerlichen Erlebnisse als Kind einer vielköpfigen Familie, deren Vater heftiger Trinker und inzestuöser Vergewaltiger war. Kürten erzählte von dem Hundefänger, der ihm zeigte, wie man Hunde masturbierte und ihnen dabei die Kehle durchschnitt.
Peterle fand zu seiner Berufung.

Wie sah es in ihm aus?
Kürten war stets adrett gekleidet, rasiert, ein einigermaßen vorzeigbarer Mann, dessen verrottete Seele ihn niemand ansehen konnte (selbst seine Frau nicht, obgleich sie bald merken musste, dass ihr Gatte extrem hypererotisch war). Wie viele Serienmörder waren die schrecklichen Kindheitserlebnisse stets in ihm präsent und er kannte nur eine Art, es „denen“ heim zu zahlen, indem er völlig unschuldige, ihm unbekannte Menschen tötete.

Wie einer seiner Zeitgenossen in den USA, Carl Panzram es ausdrückte:
“ The human race! I’d wish, they had only one neck, and I’d have my hands on it!“ „Die Menschheit! Ich wollte sie hätte nur einen einzigen Hals, und ich könnte ihn umdrehen!“
Aber sicher ist die Motivation, die Serienkiller treibt viel komplexer. Heute redet man wieder (ähnlich wie in den 70ern) von Gehirnschäden, Unausgeglichenen Hormonhaushalten etc. Ein australischer Neurophysiologe nennt den Trieb, den viele -junge- Männer zum bestialischen Töten treibt, das „Syndrom E“, welches mit einer Frontallappenläsion und einer Unausgeglichenheit der Hirn-Botenstoffe serotonin und Noradrenalin einhergeht.

Wie bei fast allen Serienmördern gab es auch bei Kürten einen extremen Widerspruch zu seiner ruhigen, anständigen Art und seinen unaussprechlichen Taten.
Dies galt bereits in frühen Jahren des 20 Jahrhunderts als Problem, vor dem sich Richter und Juroren befanden: Kennt der Angeklagte den Unterschied zwischen gut und böse?
Die Antwort gab vielleicht bereits 1936 der New Yorker Anwalt Dempsey, der Verteidiger des schrecklichen Kinderfolterer und Kannibalen Albert Fish: „Auch ein EIchhörnchen handelt planvoll. Ist es deshalb gleich schuldfähig?“

Den Aufwand, den die damalige Republik in Atem hielt wurde durch kaum ein anderes Verbrechen in Deutschland jemals getoppt. Allein schon die Untersuchung seines kranken Geistes beschäftigte etliche xperten und füllte zahlreiche Ordner.

In diesem vorangegangen Sommer tötete Kürten neun und attackierte 30. Darunter auch Männer. Wahllos. Er erschlug seine Opfer gerne mit einem Hammer, brachte sie vorher in den stillen deutschen Wald. Danach sandte er freundliche Briefe an die Polizei, in denen er auf die diversen Leichen hinwies. Zwischendurch zündete er auch gerne Häuser an, um „alles was darin lebte zu rösten“.

Am 2. Juni 1932 ging der Vampir erhobenen Hauptes zur Guillotine im Hof des Klingelpütz Gefängnisses. Er war guter Dinge

Kurz davor sagte er noch zu seinem Psychiater:
„Nachdem mein Kopf abgehackt wurde, werde ich immer noch in der Lage sein, zu hören, wenigstens für einen Moment: das Geräusch, wie das Blut aus meinem Hals sprudelt? Das wäre das Vergnügen, das alle anderen Vergnügen beendete“.

Ob es denn so war, wissen wir nicht.