John Wayne Gacy Teil 1
33 Opfer

„The killer Clown“

„I should never have been convicted of anything more serious than running a cemetery without a license“




22. Mai 1978

Am 22. Mai 1978 traf der junge Jeffrey Ringal von einem Florida Urlaub in seiner Heimatstadt Chicago ein und besucht dort New Town, eion beliebtes Viertel mit Bars und Restaurants. Ein dunkler Oldsmobil blockierte plötzlich seinen Weg.

Ein fülliger Mann lehnte sich aus dem Fahrerfenster und rief: „Hey, Junge, wo hast du in dieser Jahreszeit so eine Bräune her?“

Ringall ließ sich auf ein Schwätzchen mit dem Fremden ein, der ihm schließlich vertrauensvoll in die Augen sah und einen Joint anbot.
Ringal setzte sich neben den schweren Mann auf den Beifahrersitz. Als sie den Joint zur Hälfte aufgeraucht hatten drehte sich der Mann zu Ringall. sein Gesicht war verändert. Ringal war verblüfft, als er das dunkle, gierige und schwitzende Gesicht des Fremden vor sich sah und ehe er reagieren konnte spürte er einen mit Chloroform getränkten Lappen über Nase und Mund. Seine Gegenwehr war nur kurz. Er wachte während der Fahrt immer wieder kurz auf, aber der Fremde drückte ihm jedesmal wieder den Lappen ins Gesicht.

Das nächste, an das Ringal sich erinnrn konnte, war ein kleiner Kellerraum, ein nackter, dicker Mann, der ihn mit brennenden Zigaretten, Chloroform und einer ganzen Reihe unterschiedlicher Dildos folterte, verprügelte und vergewaltigte.
Am nächsten Morgen erwachte der schwerverletzte Junge irgendwo in Chicago und „wunderte sich, dass er noch am Leben“ war. Er benachrichtige die Polizei, die aber mit den wenigen Hinweisen nicht recht etwas anfangen konnte.

Jeffrey Ringal verbrachte eine Woche im Krankenhaus. Abgesehen von einer chronischen Lebervergiftung war er einer der ganz wenigen jungen Männer, die John Wayne Gacy am Leben gelassen hatte.

Kindheit

Auch Gacy hatte (zumindest was seinen Vater anging) eine einigermaßen beschwerliche Kindheit, denn der alte, irische John Wayne Gacy snr. behandelte das zweite von drei Kindern als „schwächling“ und „Sissy Boy“.

Aber das und gelegentliche Prügel war auch schon alles, was Gacy durchmachte. Die Nachbarschaft war gute Mittelklasse, seine Lehrer in der Schule mochten ihn gut leiden und einige Ferienjobs wie Zeitungen austragen, brachten dem Jungen ein paar Dollars ein. Verglichen mit absoluten Horrorkindheiten, wie sie z.B. der legendäre Sadist und Killer Donald „Pee Wee“ Gaskins durchmachen musste, lebte Gacy das geregelte Leben eines durchschnittlichen amerikanischen Jungen.

Zugegeben, die Ambulanz musste das verprügelte Kind ab und zu ins Krankenhaus bringen, aber das alles weißt noch nicht den Weg zum berüchtigtsten Killer Amerikas, der er einmal sein würde.

Ein Unfall mit einer Schaukel verursachte ein Blutgerinsel im Gehirn, das erst Jahre später während einer Herz-Untersuchung entdeckt wurde. (Hier taucht wieder die Theorie der „Killer durch Hirnschäden“ auf.)

Mann des Jahres

In seinen jungen Männerjahren entdeckte der junge Gacy sein verkäuferisches Talent und seine soziale Kompetenz. In springfield, Illinois betrieb er ein Herrenmoden Geschäft und trat einigen gesellschaftlichen Klubs bei, wie den Chi Rho Klub, den Catholic-Inter Club und er wurde Captain der Chicago Civil Defence. In diesen Organisationen wurde ds Paradebeispiel eines guten Bürger auch schon mal zum „Mann des Jahres“ gekürt.

Aber Gacy trug Masken. Seine erste Maske war die der Männlichkeit. Im Alter von 22 Jahren war er verheiratet und hatte zwei Kinder. Er selbst war der erfolgreiche Manager eines „Southern Fried Chicken“ Restaurants in Waterloo, Iowa.

Aber unter der beherrschten, hemdsärmeligen Kumpelart versteckte sich ein sehr unsicherer Homosexueller (der IMHO auch homophob, ein Kryptohomosexueller war)und Sadist, der nicht mehr weit von seiner „Initialisierung“ entfernt war.

John Wayne Gacy Bettmann/Corbis Der „KFC“ Manager in Waterloo arbeitete wie besessen. Er brachte nicht nur den Laden nach oben, sondern engagierte sich auch, wo es nur ging in Gemeinde oder Klubarbeiten. Vor allem mit jungen Leuten, vor allem mit jungen Männern, vor allem mit Jungs. Gerüchte zogen auf, denen sich Gacy anfänglich noch erwehren konnte, bis zum Frühling 1968.

Knast und Begnadigung

Gacy wurde von der Grand Jury des Black Hawk Countys wegen des Aktes der „Sodomie“. Gacy hatte den Teenager Mark Miller unter einem Vorwand gefesselt und brutal vergewaltigt.

Aber das war nicht die einzige Anklage gegen ihn. Die Justiz bekam den jungen Gacy in die Klauen und händigte ihn der Gesundheitsbehörde aus, wo ihm eine „psychopathische, antisoziale Persönlichkeit“ bescheinigt wurde, die nicht durch Medikamente geheilt werden konnte.
Es kam zum Prozess un Gacy wurde im Alter von 26 Jahren (siehe FBI Facsimile zu Gacys Vorstrafen) zu 10 Jahren Bundesgefängnis verurteilt.

Noch am Tag seines Urteils reichte seine Frau die Scheidung ein, worauf Gacy schwor, sie und seine beiden Kinder nie mehr wiedersehen zu wollen.

Im Gefängnis hielt sich der Verurteilte tunlichst an alle Regeln und vermeidete jegliches Aufsehen. 1970 wurden für ihn die Tore wieder geöffnet und er kehrte, begnadigt, nach Chicago zurück. Gerüchte wurden wieder laut, das Gacy Jungs belästigte, aber alles löste sich in Wohlgefallen auf und Gacy schien, glücklich, neue Wege zu beschreiten.

Ehemann und Pogo, der Clown

1972 heiratete er Carole Hoff, die seinem Charme und seinen Minnediensten nicht widerstehen konnte. Für Gacy beginnt ein scheinbar glückliches Leben als Bauherr, der seine Arbeit liebt und ständig verschwenderische Feste gibt, zu denen die ganze Straße eingeladen wurde.

Einige seiner Gäste beschwerten sich verwundert über den atemberaubenden Gestank der offensichtlich aus dem Kriechraum unter Gacys Haus hervordrang. Aber Gacy winkte ab und gab toten Ratten und Abwasserproblemen die Schuld. Es sollte noch beinahe 6 Jahre dauern, ehe die Wahrheit ans Licht kam.

Immer wieder gab es Gerüchte und z.T. auch Anklagen wegen Kindesmissbrauchs, aber Gacy trickste sich jedesmal raus und wurde ein immer angesehner Bürger von Des Plaines, einem Vorort von Chicago. Gacy wurde ein wichtiges Mitglied der lokalen Demokratischen Partei. Ein Foto zeigt ihn neben der damaligen Präsidentengattin Rosalyn Carter.

Das Morden beginnt.

Gacys Ehe existiert nur auf dem Papier. Er verkleidet sich. Seine Masken werden vielfältiger. Er spielt“ Pogo den Clown“ für kranke Kinder im Krankenhaus, er spielt den Heterosexuellen Draufgänger, den Businessmann und den Kriminalbeamten in Ziviel, der jungen Männern eine Plakette zeigt, sie in den Wagen lockt, zu seinem Haus fährt, sie in den Keller verschleppt, sie mit Hilfe seines angeblichen Handschellentricks fesselt, foltert und vergewaltigt. Oft erhängt er sie an einem Deckenhaken, holt sie wieder ins Leben zurück, macht ihnen ein Peanutbutter Sandwich, vergewaltigt und foltert sie abermals und erwürgt oder erschlägt sie daraufhin. Immer wieder zitiert der dicke Mann während seiner Foltersitzungen Bibelverse (vor allem Psalm 23), um seine sexuelle Lust noch weiter zu steigern.

Wenn seine Frau gerade nicht im Haus ist, schleppt er die Leichname (manchmal sind es zwei an einem Tag) für ein paar Stunden hoch ins Schlafzimmer, um sie am nächsten Tag unter dem Kriechboden seines Hauses in flachen Gräbern unter Lagen von Löschkalk zu verbuddlen. John Wayne Gacy

Die Frau verlässt ihn. Die Ehe ist gescheitert, der Gestank im haus zu groß, aber Gacy mordet weiter. Er findet seine Opfer in jungen Anhaltern oder sogar in seiner Belegschaft von Bauarbeitern. Gacy mordet sechs Jahre, ohne dass ihm die Polizei auf die Schliche kommt. Unter seinem Haus liegen achtundzwanzig verwesende junge Männer.

Razzia beim Biedermann

am 12. Dezember 1978 erhält die PolizeiNachricht über einen vermissten Jungen mit Namen Robert Piest, der vorher in begleitung Gacys gesehn worden war. Die Polizei durchsucht Gacys Haus und den Kriechboden darunter. Der Gestank fällt ihnen auf, Gacy wiegelt ab. Sie gehen. Entdecken sein Vorstrafenregister. Am nächsten Tag kommen sie wieder. Sie finden:

  • Eine Schmuckschatulle mit 2 Führerscheinen und verschiedenen Ringen mit eingravierten Männernamen
  • Eine Box mit Marijuana und Blättchen.
  • sieben Pornofilme aus Schweden
  • Pillen und Amylnitrat Kapseln (letztere geben ein sexuelles High)
  • Ein Klappmesser
  • Ein blutverschmierter Teppich
  • otografien von apotheken und Drugstores
  • Ein Adressbuch
  • Bücher wie: „Tight Teenagers“ „The Rights of Gay“ „Biker Boy“ „sex between men an boys“
  • Ein paar Handschellen
  • Eine Holzplanke, 1m mit Löchern an jeder Seite. (Für Stricke?)
  • Eine Pistole, Munition
  • Polizeiausweise
  • Ein 50 cm Gummidildo
  • Einige Spritzen mit Nadeln
  • Ein Nylonseil
  • Eine Rolle Film, mit Abholschein mit dem Namen eines der vermissten Jungen



Das Haus der Leichen

An diesem Abend wird Dr. Robert Stein, der Medical Examiner von Cook County zu dem Haus Gacys gerufen. Gacy sitzt mittlerweile bei der lokalen Polizei und gesteht ….

Fünf Leichen werden in den nächsten Tagen am Fluss aufgefunden. FBI Profiler Bob Ressler erzählt, dass Gacy noch während einer sog. „offenen Beschattung“ die Leiche eines Jungen in den Fluss geworfen hatte, ohne dass es die Polizisten merkten.

Bei seinen Verhören schlägt Gacy nun, vor Weihnachten, einen neuen Weg ein. Auf die dringlichen Fragen des FBI sagt er: „Das müsst ihr Jack fragen.“
„Jack“, so heißt angeblich eine der vielen multiplen Persönlichkeiten, die in Gacy wohnen. Aber niemand mag ihm jetzt noch glauben. Die Strategie seines Anwalts, auf Schuldunfähigkeit zu plädieren geht nicht auf.

Die Augrabungsfunde bestätigen die schrecklichen Geständnisse. Manchen Opfern wurden händevoll Papiertücher in die Kehle gestopft, woran sie erstickten. Nach und nach lösten sich viele Vermisstenfälle, aber neun von Gacys Opfern wurden niemals identifiziert. Im Haus selbst wurde unter einer Falltür Gacys „Folterkeller“ entdeckt, wo noch drei verwesende Leichname, sowie einige abgetrennte Körperteile herumlagen.

Der planende Verbrecher

Laut Bob Ressler gehörte Gacy zu den „organisierten Tätern“, die ihre Taten von „A-Z durchplanen.“
„John Gacy brachte seine Opfer mehrfach an den Rand des Todes, zögerte aber den Mord hinaus, um sich an ihren Qualen während der Vergewaltigungen zu weiden.“
Gacys Haus während der Leichenbergung Weiter: „Der Mann war eine Spinne. seine Opfer mussten in der Mitte des Netzes sitzen, ehe er zuschlug,“

Schließlich wurde Gaca nach einem sechswöchigen Prozess wurde Gacy von den Geschworenen zum Tode auf dem elektrischen Stuhl veurteilt. Sie brauchten nur zwei Stunden für das Urteil.

Er wurde in das Menard Correctional Center in Illinois verbracht, wo er vierzehn Jahre in der Todeszelle lebte (und leidenschaftlich Bilder, vornehmlich Clownportraits malte). Er avancierte zum berühmten Popstar, ähnlich wie Charles Manson und wurde am 10.Mai 1994 in dem Statesville Penitentiary mit einer Giftspritze hingerichtet.

Seine Henkersmahlzeit bestand aus „fried chicken“, pommes frites, Coke und Erdberkuchen. Er sa0 da, froh, munter und geschwätzig. Einem Journalisten gab er ein telefonisches Interview:

„There’s been 11 hardback books on me, 31 paperbacks, two screenplays, one movie, one off-Broadway play, five songs, and over 5,000 articles.. What can I say about it? I have no ego for any of this garbage.“

In seinen letzten Worten sagte er lakonisch: „Yea, kiss my ass!“

Der zweidimensionale Künstler

Im Gefängnis entwickelte sich Gacy zu einem passionierten, wenn auch uninspirierten Ölmaler, der von der Waldszene bis zu Disneys sieben Zwergen so gut wie alles malte. Aber, so Harold Schechter,“alle seine Bilder haben die pure Bösartigkeit zum Ausdruck.“
Hollywood Größen wie Tim Burton, John Waters und Jonny Depp sind im Besitz echter Gacys. Sein Lieblingsmotiv war „Pogo der Clown“. Aber die Clownsfratze erinnerte irgendwie immer an einen Totenschädel.

„How’s it feel, knowing you’re going to die?“

John Gacy

WEBSITES – The Cult Man Gacy

JOHNNY, WE HARDLY KNEW YE! Ein Reporter berichtet von seinen Besuchen (und den einiger bewundernden schönen Frauen) in Gacys Todeszelle.Achtung – die Schilderungen sind drastisch und fragwürdig.

Just a note from John-Gacy und seine Kunst.

Bücher über Jahn Wayne Gacy Jr.