Der Purpurne Fuchs

Einer meiner Brüder hatte mir das köstliche Getränk gebracht, es schmeckte unbeschreiblich gut.

Dankbar küsste ich ihm die Stirn.

Er legte den Kopf schief und fragte:

„Was ist mit dir, Urizen? Du spielst nicht mehr mit uns. Komm!“

„Später…“, antwortete ich.

* * *

Ich ging die ganze Nacht umher, allein. Stieg die Dünen hinauf und sah -als Erinnerung?- das rufende Winken. Dünnes Glas, das verblasste und zugleich klarer schien.

„Yumiko“, dachte ich, „sag mir, was ich gesehen habe! Wer ist das gewesen? Wer bist DU? Sag mir: Wer seid ihr? Bitte! Bitte hilf mir!“

Yumiko kam nicht.

Sie sprach nicht mir mir, nicht in jener Nacht. Ich kehrte zurück unter die Bäume und legte mich zu einem schlafenden Löwen.

Er schmiegte sich an mich und ich grub mein Gesicht in seine Mähne.



Wieder hatte ich einen Traum.

Wieder verstand ich kaum etwas von dem, was ich sah und fühlte.

Ich lag Kopf an Kopf mit dem Löwen. Ich wachte auf.

Es war noch immer tiefe Nacht.

Ein riesiger Fuchs stand vor mir, drei mal so groß wie unsere Lämmer. Sein Fell war purpur. Es schimmerte und glänzte. Wogte in der Nachtluft. Seine Augen waren leuchtendes Bernstein und schauten mich direkt an. Er war unbeschreiblich schön.

Ich spürte, was er dachte: „Steig auf meinen Rücken, Urizen.“
Es gibt nichts, nichts nichts, was so weich und zart ist, wie das Fell des Purpurnen Fuchses.

Ich streichelte ihn lange und kletterte dann vorsichtig hoch. Er gallopierte los, und ich krallte mich in sein Fell. Nur einmal blinzelte ich und wir waren DORT. Es wurde mir übel von den Gerüchen. Nichts stimmte. Wo waren sie? Yumiko und die Winkende aus dünnem Glas, wo? Ich schloss meine Augen.

Er hielt sein Wort.
Er brachte mich wie versprochen zurück.
Dann verschwand er.

Ein Wimpernschlag.

Der Purpurne Fuchs.

Als ich erwachte, schien mir das einst so geliebte Fell des Löwen grob.

Das Fell des Fuchses werde ich niemals vergessen.

Ich vermisse ihn und die ANDEREN. Niemand hier wird es verstehen. Ich muss sie finden…