Definitionen


Psychologische, wissenschaftliche, kriminalistische Hintergründe, Fakten und Spekulationen.


EINS —

Nach demamerikanischen Kriminalist Stephen Egger („The Killers Among Us: An Examination of Serial Murder and Its Investigation.“) müssen folgende Punkte zutreffen, um einen Serienkiller zu definieren (Achtung; FBI Definition ist verschieden):

  • Ein Minimum von drei bis vier Opfern mit jeweils einer „cooling off“ Periode dazwischen.
  • Der Killer ist in er Regel für das Opfer ein Fremder, die Taten geschehen nach einer Art „Zufallsprinzip“ (was Muster bei der Opferauswahl nicht ausschließt)
  • Der Mörder zeigt eindeutig sadistische Züge von Dominanz über sein Opfer
  • Der Mord geschieht nicht aus Habgier sondern aus psychologischen, manchmal materiellen Gründen
  • Das Opfer hat symbolischen Wert für den Killer. Das Tatmuster enthüllt diese.
  • Der Killer sucht seine Opfer aus „angreifbaren Kreisen“ us: Prostituierte, Kinder, alte, Alleinstehende, Obdachlose.

Stephen Eggers Profile waren maßgeblich für die Verhaftung der sog. „Washington sniper“ verantwortlich.

Zwei—


Nach demösterreichischen Profiler Thomes Müller, ist ein sexueller Saddist, ein „Mann, der sexuelle Begierden durch Nichtssexuelle Akte“ (Mord, Verstümmelung, Folter) auslebt.“

DREI—


Der „Erfinder“des Begriffs Serienkiller, Robert Ressler (FBI) und der Profiler John Douglas nennen die drei Hauptgründe eines sexuell motivierten Mordes: Manipulation Dominanz, Kontrolle.


VIER—

Das FBIdefiniert Serienkiller so: „three or more separate events (of randomly killings) with an emotional cooling-off period between homicides, each murder taking place at a different location

Danach wäre z.B. Dahmer vielleicht KEIN klassischer Serienkiller, da er fast alle Opfer bei sich zu Hause getötet hatte. Immerhin: es stimmt, dass er mindestens drei an anderen Plätzen umgebracht hatte.


FÜNF—

Spree Killers von englisch (killing)spree = Orgie, Tour, Ausflug beschreibt mobile Killer, die (heutzutage meist in einem „mobilen Tatort“, wie ein Kleinbus etc.) ständig unterwegs sind, um zu töten. Der Fall von Andrew Cunanan (Der Mörder von Versace tötete auf seiner „Tour“ fünf Menschen) ist ein gutes Beispiel.
Andere „Spree-Killer“ wären nach dieser Definition der 20er Jahre „Gorilla Murderer“ Leonard Nelson, der Amerika und Kanada durchzog (Zug, aber auch Auto) und 27 alleinstehende Frauen umbrachte. Männer wie Ted Bundy oder Henry Lee Lucas oder John Gacy oder Fritz Haarmann sind vielleicht jenseits aller Definitionen. Manchmal bezeichnet eine „Killing Spree“, das, was wir in Europa „Amoklauf“ nennen.


SECHS—

Die Attentäter-Persönlichkeit ist am besten auszumachen, indem wir Fälle wie den Una-Bomber betrachten (er verschickte Brief- und Paketbomben) oder Timothy McVeigh, der für den schrecklichen Bombenanschlag in Oklahoma City zuständig ist, oder gar die deutsche Baader.Meinhof Bande.
Diese Persönlichkeiten beziehen zwar eine gewisse Befriedigung durch Manipulation, Kontrolle und Macht, aber sie erleben dadurch wohl kaum eine sexuelle Erfüllung. Nicht getrieben aus Lust, sondern allein aus dem Willen der unbegrenzten Macht heraus, nähern sich diese Personen nur äußerst selten ihren Opfern. Ähnlich wie die (täglichen) Erpresser großer Lebensmittelkonzerne oder Verkehrsbetriebe bleiben Attentäter fast immer auf Distanz. Sie sind auch nicht die klassischen Amok-Läufer(siehe Spree Killers).
David Berkowitz, der Schusswaffenmörder aus New York, bekannt als „Son of Sam“ benutzte bei seinem ersten Mordversuch ein Messer. Aber der Versuch schlug fehl. Deshalb benutzte er seitdem eine Schusswaffe (wie die beiden Washington Sniper), die es ihm erlaubte, seinem Opfer nicht in die Augen sehen zu müssen. Aber gerade dieser Punkt ist bei sexuellen Pychopathen wie Bundy oder Gacy ausschlaggebend: sie wollten ihren Opfern möglichst über einen langen Zeitraum beim Sterben zusehen.


SIEBEN—

Amokläufer Bekannt sind z.B. der Amerikaner James Oliver Huberty, der 1984 in einem Mc Donalds Restaurant innerhalb von zehn Minuten zwanzig Menschen erschoss. Oder Charles Whitman, der 1966 nachdem er seine Frau und seine Mutter erstochen hatte, den Aussichtsturm der Universität von Lake Worth, Florida, bestieg und von dort aus mit Scharfschützengewehren weitere 14 Menschen erschoss und 30 z.T. schwer verletzte.
Laut ENCARTA bedeutet AMOK:
(malaiisch: Wut, wütend), ein ursprünglich für Malaien beschriebener plötzlicher aggressiver, gewalttätiger Ausbruch einer in der Regel männlichen Person, der mit anscheinend unbegründeten Tötungsangriffen auf Menschen und Tiere einhergeht, die dem Amokläufer (malaiisch pengamok) zufällig begegnen. Typischerweise zieht sich der Amokläufer vor seinem Ausbruch oft von seiner Umgebung und in sich selbst zurück, nach dem Amoklauf, der häufig im Selbstmord endet, ist der Betreffende erschöpft, bricht zusammen oder verfällt in einen langen Schlaf und hat Erinnerungslücken.

In Amerika wird der Begriff „Amok“ fast nie gebraucht. Stattdessen wird die Bezeichnung „Killing Spree“ benutzt.






Das Kitty Genovese Syndrom




In den 60er Jahren wurde sich das schläfrige kleine Städchen New York durch eine entsetzliche Tat auf einen Schlag bewusst, was man den „düsteren Teil“ einer urbanen Gesellschaft nennen kann.

Die 28jährige Restaurantmanagerin Catherine Genovese wohnte in einem Appartment in Queens aber sie fühlte sich, trotz der gehobenen Mittelklasse Umgebung nur sicher, wenn sie ihren Nachhauseweg in ihrem eigenen Wagen antreten konnte.

Am 13. März 1964 parkte sie ihren Fiat um 3 Uhr 15 nur sechs Meter von ihrer Haustür entfernt. Schleunig (die Stra0e wurde von dunklen Bäumen umsäumt) machte sie sich auf ihren Weg nach Hause, kramte bereits in ihrer Tasche nach dem Schlüssel, als sie eine dunkle Figur bemerkte, die mit einem gezückten Messer hinter ihr her war.

Kitty versuchte, die letzten Meter zu ihrer Haustür zu rennen, blieb allerdings an einer Polizei-Notrufsäule stehen, um eventuell nach Hilfe zu rufen.

„Ich konnte sehr viel schneller als sie rennen und ich sprang auf ihren Rücken und stach ein paar Mal auf sie ein!“

sagte der Mörder später zu den Cops. Kitty schrie laut:
„Oh mein Gott, er hat mich erstochen! Bitte helft mir! Bitte helft mir!“

In vielen Appartmentfenstern gingen daraufhin die Lichter an, Fenster wurden geöffnet. Eine der Zeuginnen sagte später aus: „Sie schrie noch einmal und lag dann wimmernd auf der Straße.“

Robert Mozer lebte im 7. Stock desselben Appartments öffnete sein Fenster und schrie: „Hey, lass das Mädchen in Ruhe!“, woraufhin der Angreifer von Kitty abließ und verschwand.

Die Straße war wieder ruhig. Man konnte nur das Wimmern der jungen Frau hören, die vergeblich versuchte, ihre Haustür zu erreichen.

Innerhalb von fünf Minuten erschien der Angreifer wieder und stach abermals auf Kitty ein und verschwand anschließend in einem weißen Chevy.

Aufgeschreckt durch das erneute Hilfeschreien, öffneten die Nachbarn abermals ihre Fenster und starrten auf die dunkle Straße, um etwas erkennen zu können.
Einer der Mieter, Mr. Koshkin, wollte sofort die Polizei rufen. Seine Frau sagte später zu der Presse: „Ich ließ ihn nicht anrufen. Ich sagte ihm, dass da schon mindestens 30 Leute angerufen haben müssen.“

Zehn Minuten später schleppte sich Kitty, schwer blutend zu ihrer Haustür, immer noch von (wie sich später herausstellte ACHTUNDDREISSIG ZEUGEN beobachtet).

Kitty brach im Vestibül des Hauses zusammen. Und schleppte sich auf allen Vieren zu ihrer Wohnung. Da kehrte der Angreifer ein drittes Mal zurück.
„Ich kam zurück, weil ich anscheinend noch nicht mit dem fertig war, was ich angefangen hatte.“

Der Mann betrat das Haus in aller Ruhe und folgte der Blutspur am Boden. Kitty lag hinter einer Biegung des Korridors.

Der Mann zerschnitt ihre Kleidung und vergewaltigte sie. Danach nahm er 49 Dollar aus ihrer Börse. „Wieso sollte ich das Geld einfach so wegwerfen?“ sagte er später auf der Straße zu einem Zeugen.

Kitty lebte noch immer und stöhnte am Rande der Bewusstlosigkeit auf dem Boden. Daraufhin stach der Angreifer wie im Blutrausch so lange auf sie ein, bis sie gestorben war.

Ihr Todeskampf dauerte 35 Minuten. Catherine Genovese war das dritte Opfer des Mannes.
Es dauerte noch enige weitere Minuten, bis ein Nachbar endlich die Polizei anrief.

Kitty wäre bei einem rechtzeitigen Anruf bei der Polizei oder Feuerwehr noch zu retten gewesen. Aber viele der beteiligten Zeugen gaben später an, nicht in das Geschehen „verwickelt werden“ zu wollen.

Eine öffentliche Vergewaltigung an einem jungen Mädchen ist in Deutschland vor wenigen Wochen geschehen. Die Tat fand in einem offenen Hauseingang statt. Mitten in der Fußgängerzone. Mindestens fünf Männer sahen tatenlos der Vergewaltigung zu.

Pluralisierende Ignoranz!

Einer der führenden Kriminalpsychiater, Dr. Karl Menninger (Gründer der Menninger Klinik in Topeca) sagte dazu:“

„Öffentliche Apathie gegenüber einem Verbrechen ist ebenso ein Ausdruck von Aggressivität.“

Der Mörder, Winston Moseley, sitzt heute immer noch in einem Hochsicherheitsgefängnis im Norden New Yorks. Im Jahre 2004 wird abermals sein Begnadigungsausschuss über seine Entlassung befinden. Aber Verwandte von Kitty Genovese werden Teil des Ausschusses sein und die Begnadigung für immer verhindern.

Was ist ein Psychopath?




„Während er ihr die Zunge abgebissen hat ist weder sein Blutdruck gestiegen, noch sein Puls schneller geworden:“

Diese Worte kommentieren in Thomas Harris‘ „Das Schweigen der Lämmer“ den Geisteszustand des Psychopathen und Kannibalen Hannibal Lecter.

Ein weiteres Buch, dass sich Psychopathen vornimmt, ist Joseph Wambaughs „The Blooding“, worin er die erste große Fahndung in Sachen genetischer Fingerabdruck in nervenzerreibender Authentizität schildert.

Was ist aber nun ein Psychopath? Die englische Oxford Psychologist Press hatte 1996 eine Umfrage mit dem Titel „Sind Sie mit einem Psychopathen verheiratet?“ veröffentlicht. Das Ergebnis war Besorgnis erregend: Ein Sechstel aller britischen Manager erfüllten die diagnostischen Kriterien einer „antisozialen Persönlichkeit“ (wie der Psychopath in der heutigen offiziellen Bezeichnung heißt)

Aber was GENAU ist denn nun ein Psychopath? Einer der sabbernd mit rollenden Augen und mit blutverschmiertem Hemd und einer Axt durch die Nachbarschaft rennt?

Mitnichten!

Die Autorin Shirley Lynn Scott meint: Wenn wir einen gefährlichen, psychoptahischen Mann suchen, dann sollen wir auf die Adretten, die Unscheinbaren, die scheinbar Harmlosen achten.

Die Neurochemie eines Psychopathen wird mittlerweile als teilweise erforscht betrachtet. Bestimmte Teile des Gehirns (wie das Stirnhirn) haben „Läsionen“, also Schädigungen. Andere (wie die im limbischen System sitzende Amygdala) sind regelrecht unterentwickelt und „feuern“ nicht so, wie sie sollten.

Im Cafehaus

Nehmen wir an, wir sitzen im Cafehaus und der Mann am Nachbartisch krümmt sich urplötzlich unter den schmerzen einer Herzattacke. Die krümmende Bewegung, das Stöhnen, sein Gesichtsausdruck, nimmt unser Wahrnehmungsapparat wahr und sendet alles blitzschnell an unser „Säugetierhirn“, dem limbischen System. Dort beginnt die Amygdala (bekannt auch als Mandelkern) sofort zu feuern. Wir bekommen Angst, Adrenalin wird ausgestoßen, ebenso Cortisol, der Blutdruck steigt, der Puls schlägt schneller. Unser Gehirn weiß: „Das sieht nach Gefahr aus“, und lässt und 2 Möglichkeiten: Flucht oder Angriff. Bei letzterem würden wir dem Mann vielleicht helfen.

Der Psychopath empfindet nichts. seine Amygdala feuert nicht. Er WEISS zwar, dass dies eine Situation ist, bei der „Bedroffenheit oer Schreck“ heucheln sollte (um nicht aufzufallen), aber er sieht nicht ein, WIESO.

Ein Psychopath wie der Engländer Fred West erklärt der Polizei unter Lachen, wie es sich anhörte, als er den Kopf seiner Tochter durch Drehen von der Wirbelsäule getrennt hatte. Er fühlt nichts dabei. Aber er WEISS, dass die Gesellschaft es vielleicht nicht akzeptiert.

Er zeichnet sich durch Gefühlskälte, Gewalttätigkeit, mangelndes Einfühlungsvermögen, Unaufrichtigkeit, gesteigerte Risikobereitschaft (mangelnde Angst, Furchtlosigkeit) und Gewissenlosigkeit aus.

Krank oder schuldfähig?

Urteilt selbst: Da ist ein psychopathischer Killer, der u. U. noch an einer akuten Schizophrenie leidet und eine ganze Familie mit Messern auslöscht, der nichts dabei empfindet (außer vielleicht sexuelle Erregung, aber bestimmt keine REUE), aber genau WEISS, dass er gegen das Gesetz gehandelt hat. Schuldig, oder schuldunfähig?

Der amerikanische Kindermörder Albert Fish (der unzweifelahft zu den übelsten Exponaten dieser Spezies gehört), plädierte vor Gericht auf „wahnsinnig“. Sein Anwalt fragte die Jury „Ist es NORMAL, dass ein Mann diese toten Kinder aufisst? Ist es normal, dass ein Mann seine eigenen Fäkalien isst?“

Der Psychiater Wertheim antwortete draufhin: „Es ist durchaus Gang und Gäbe, dass Menschen ihre eigenen Fäkalien essen. Mindestens ein prominenter Besucher dieses Prozesses ist mir bekannt, der seinen Kot gerne zu einer Schüssel Salat isst.“

Der Anwalt konterte: „Fish ist nicht schuldfähig! Auch ein Eichhörnchen weiß, was es tut, wenn es Vorräte sammelt und würde dennoch vor keinem Gericht schuldfähig gesprochen.“

Der Apell, dass die „animalische Seite“ seines Klienten, ihn zu diesen abscheulichen Greueltaten gebracht hatte, wurde von der Jury verworfen. Selten waren sich Geschworene so schnell einig.

Einer von ihnen sagte zur Presse:

„Natürlich ist Fish ein Verrückter, aber er soll dennoch auf dem Stuhl enden.“

Was dann auch geschah.

Der Psychopath ist unfähig, die Gefühle anderer Menschen nachzuempfinden. Aber er kann sie imitieren!

Manche Forscher denken, dass diese antisoziale Störung Produkt eiuner Verletzung ist, andere sagen wiederum führen sie auf einen Mangel an mütterlicher Bindung zurück.

Andere sagen wieder, dass diese „Verformung des Geistes“ nichts weiter ist, als ein Produkt der Evolution. Anhänger dieser Theorie, nennen das Gewalttätigkeits- und Gefühlslosigkeitsphänomen SYNDROM E, und fürhen darauf die schrecklichsten Massaker der Menscheit zurück, wie der Bürgerkrieg in Ruanda, Auschwitz oder der Genozid am armenischen Volk durch die Türken.