![]() Algol, wo bist du? Ich wandere durch den Ozean, durch meine Träume und spüre dich, wie damals, unter der Sothis in der Hundsnacht. Wölfe rotteten sich zusammen, wilde Tiere stiegen aus den Wassern und die Dämonen jagten mich durch alle verfaulten Wälder der Einsamkeit. Hinter mir das Hecheln der Hunde.
Die Fänger waren hinter mir her, weil ich ihr Feuer gestohlen habe. Ich habe ihre Melassebrühe nicht mehr trinken können, ihre geilen Augen nicht mehr ertragen, ihrer rauen Stimmen, die nie, nie, nie ein frohes Wort bildeten. Der Boden unter meinen Füßen wurde karger und steiniger. Der Himmel strafte mich mit einem gnadenlosen Grau und überall standen windgepeitschte, verkrüppelte Kiefern. Blöcke aus Granit, so hoch wie Häuser, stemmten sich dem Sturm entgegen und die Nacht war nicht mehr weit.
Hinter mir das Hecheln der Hunde, die scharfen Kommandos der Häscher. Sie jagen mich. Aber ich weiß nicht warum.
Algol lebt in einer Hütte am Abhang der Schlucht. Auf dem Dach der Hütte wachsen Gräser und Moos. Ich drehe mich um und sehe meine Verfolger. Sie tragen Gewehre, Telefone, GPS Geräte. Sie wollen mich zwingen, mir ein Loch in mein Ticket stanzen, es sind die Kontrolleure und wer keinen Fahrschein hat, der fliegt aus der Gemeinschaft der Käufer. Sie steht vor mir. Rotes Haar lodert in einem Sonnenstrahl, der durch das Blätterdach fällt. Ihr Gesicht ist ernst. Es wirkt herb und dennoch sehr, sehr mädchenhaft. Sie hat schon vieles gesehen. „Komm, schnell, komm“, sagt sie.
„Aber du kennst mich nicht!“
Die Verfolger durchbrechen das Unterholz. Stehen am Rande der Schlucht, ihre Hunde bellen und jaulen, als wäre ein Dämon in sie gefahren. Sie fürchten sich.
Algol greift nach meiner Hand und zieht mich in ihre Behausung, einer Hütte unter den mächtigen Wurzeln der Eichen. Draußen stampft der Tross vorbei. Sie fragt nach meinem Namen,
„Ich bin Celeste.“
„Sie wollten mich töten, weil ich ihre Geheimnisse kenne. Sie wollen, dass ihre Hunde die Zähne in mein Fleisch schlagen. Ihre Hunde sind verwandelte Menschen. Voller Gift und Zorn.“
Algol sagte, dass ihr Name arabisch sei und „al ghoul“ bedeute, „der Dämon“. Aber in ihrem wunderschönen Gesicht sah ich nichts dämonisches. Sie besah sich meine Hüfte, wo einer der Hunde mich gebissen hatte. Algol wusch zärtlich die Wunde mit einem kühlenden Kräutersud aus und legte mich auf ihr Bett. „Nimmst du mich mit? In deine Träume?“
„Ich weiß nicht, b ich heute Nacht träumen kann. Ich habe Angst, sehr viel Angst. Sie wollen nicht, dass es Menschen gibt, die von einer besseren Welt wissen.“
„Gibt es denn eine bessere Welt, Celeste?“
Sie löschte das Licht und legte sich neben mich auf das Lager. Durch das einzige Fenster krochen die tiefblauen Vorboten der Nacht.
„Ich weiß, dass die Welt, von der ich träume, Utopia heißt. Das Verbrechen dieser Welt liegt in der Gerechtigkeit. Auf unserer Erde ist die Gerechtigkeit ein Gut, das nur in Büchern oder Träumen zu finden ist.“
„Was ist das für eine Welt, Celeste?“
Ich drehte ihr den Kopf entgegen und versank in ihren dunklen Augen, Ihr
Algol kam mir so vertraut vor. Ich wollte in ihren Armen einschlafen, träumen und vielleicht wieder aufwachen.
„Halt mich fest, Algol,, und ich nehme dich mit nach Utopia.“
Sie lächelte und küsste mich. Meine glühende Stirn kühlte sich unter ihren Küssen ab, es war, als ob uns die Wurzeln der Bäume wiegten, als ob uns das Moos vor dem eisigen Wind schützte. Algol nahm mein Fieber auf, meine Schmerzen, meine Angst.
Und in ihren Armen, so samten wie das Fell des violetten Fuchses waren, von dem ich einst geträumt hatte. Ich wusste, dass der violette Fuchs in Utopia zuhause war und ich freute mich auf ein Wiedersehen.
„Du bist so schön Celeste. Ich werde nicht zulassen, dass sie dich finden, dich töten. Du bist in meinen Armen sicher, Liebste.“
Wir schliefen nicht, sondern segelten auf stillen Barken durch die Himmel, wir waren wach und segelten auf der Grenze zum Schlaf. Die Augen
Und ich träumte.
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