tern von Bethlehem.

Die Anbetung der Könige

"Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenlande nach Jerusalem und sprachen:
Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.
Da das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem...
...und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschte von ihnen, wo der Christus sollte geboren werden.
Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5.1):
„Und Du Bethlehem im jüdischen Lande bist mitnichten die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel der Herr sei.”
Da rief Herodes die Weisen heimlich und erkundete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie an nach Bethlehem und sprach: „Ziehet hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder , dass ich auch komme und es anbete”.
Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis das er kam und stand oben über, wo das Kindlein war.
Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut.
und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an, und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe."

Evangelium nach Mattäus 2.1-2.11

So heißt's in der Bibel. Der Stern von Bethlehem wurde über die Jahrhunderte meist als Komet abgebildet, aber neuere Berechnung zeigen keinen solchen in jener Zeit. Auch eine Supernova gilt als unwahrscheinlich. Fest steht, dass in den 40er Jahren der österreichische Astronom Konstantin Ferrari d'Occhieppo im British Museum einige alte Keilschrift Tafeln von Marduk Priestern aus Babylon studierte, in denen von einem hellen Stern, Saturn, die Rede war, der über Judäa erschien. Nach d'Occhieppo handelte es sich um eine Konjunktion (Verschmelzung) der beiden Planeten Jupiter und Saturn zu einem einzigen großen Stern. Dieses geschah in einer Septembernacht des Jahres 7 vor unserer Zeit (was auch die Widersprüchlichkeiten der Evangelien klar rücken dürfte). Nicht nur war diese Planetenkonjunktion besonders hell, nein, die Wandelsterne wurden "rückläufig", d.h. die Erde überholte sie, dass es den Eindruck machte, die Planeten zögen von West nach Ost. Die Anbetung der Könige

Den babylonischen Marduk Priestern (heute als die Heiligen Drei Könige bekannt) war dies ein besonderes Zeichen, galt doch der Saturn als der Stern der Juden. Also zogen sie gen Jerusalem, dem Himmelsphänomen folgend. Ich hatte einmal die Gelegenheit einen rückläufigen Mars zu sehen. Es war spektakulär. Der helle Stern wanderte recht schnell entgegen aller anderer Sterne am Himmel nach Osten und ich (ein Skeptiker vor dem Herrn) dachte, ich sähe ein UFO. Der "Schimmer", den der Stern von Bethlehem ausstrahlte (und der deswegen oft als Komet abgebildet wurde und wird) war vermutlich das Zodiakallicht, ein Streulicht aus Partikeln in den Planetenelipsen, das an klaren Nächten um den Tierkreis zu sehen ist.

Bereits 1614 errechnete der Prager Hofastronom Johannes Kepler (gebürtiger Schwabe) eine Konjunktion von Jupiter und Saturn im Jahre 6 vor unserer Zeit.

Andere Versionen behaupten, es handele sich um eine enge Konjunktion von Jupiter und Venus (dem Morgenstern, mit dem sich Jesus selbst später identifizierte). Dies fand im Sternbild des Löwen statt, was den Prophezeihungen des Jacob entgegen käme, der sagte "Juda ist das Junge eines Löwen".

Herodes erschrak wohl nicht so sehr egen des seltenen Himmelsphänomens, denn er fürchtete, dass in jenem Kindlein der jüdische "Messias" geboren wurde, der hebräische Heilsbringer, der König über Israel werden sollte und das Reich Gottes auf Erden erstellen würde. Darin würde Herodes nun abolut keine Rolle mehr spielen.

Viele solcher Daten und Auslegungen zusammen genommen, müssen wir annehmen, dass Jesus irgendwann zwischen 7 und 2 vor unserer Zeit geboren wurde, zumindest aber noch als Herodes König war. Alles in allem kann der "Stern von Bethlehem" aber auch alle möglichen Sternkonstellationen beinhalten, die man sich nicht unbedingt als ein einziges helles Himmelsobjekt vorstellen muss. Gewiss wurde Jesus nicht im Jahre Null geboren, denn eine Null gab es damals noch nicht und die römischen Geschichtsschreiber mussten sich ohne sie durch die Historie plagen. Später wurde die Null dann in Indien "erfunden".


Bild oben links: Pfarrkirche St. Gebhard, Maierhöfen (Allgäu) Gemälde an der Orgelempore: Christi Geburt
Bild mitte rechts: Carlo Dolci (1616 - 1686): "Die Anbetung der Könige" (Detail)



anta Claus.

Vorläufer der Kultfigur sind der Bischof Nikolaus von Myra und der niederländische Sinterklaas. Die amerikanische Version mutierte vom strengen und gütigen Heiligen zu einer vor-disneyesken Gestalt mit Bart, Zipfelmütze, Schmerbauch und Pausbacken. Diese Attribute hat er nun wieder von der deutschen Figur des Weihnachtsmannes, der sich nach der Reformation entwickelte. 1847 veröffentlichte der deutsche Maler Moritz von Schwind einen Holzstich, in dem ein Herr Winter (siehe Abbildung) daherkommt wie eine Mischung aus Knecht Ruprecht und Weihnachtsmann. Das war vielleicht der allererste Santa der Kunstgeschichte. Wenn ihr auf das Bildlein rechts klickt, gelangt ihr zu einer großen Ansicht des Holzschnittes. Der Herr Winter

Merry Old Santa

1863 zeichnete der aus Landau stammende Künstler einen ordentlichen, deutschen Weihnachtsmann für die Zeichnung "Harper's Weekly" und das schlug ein wie eine Bombe! Nasts Vorstellungen vom Weihnachtsmann gehen auf den pfälzischen „Belznickel“ (Pelzen-Nikolaus) zurück, den er noch aus Kindheitstagen kannte. Während seines Engagement für die Unionisten im Bürgerkrieg begann er mit Darstellungen eines alten Mannes, der vom Schlitten herab die tapferen Soldaten beschenkt. Später wurde daraus der Pfeife rauchende gemütliche und fidele Alte Santa Claus. Dieses Geschichten malte Nast bis an sein Lebensende, doch erst 1931 wurde nach dieser Vorlage im Zuge einer Werbekampagne der Coca-Cola Company der heute bekannte Weihnachtsmann gezeichnet.

Sein Debut mit allem drum und dran feierte Santa aber 1832 in dem berühmten Gedicht von Clement Moore "A Visit From St. Nickolas", wo er als winziger, runder, pausbäckiger, Pfeife rauchender Wichtel mit seinen ebenso winzigen Rentieren durch den Nachthimmel saust, um Kinder zu beschenken. Das ganze Gedicht in Englisch könnt ihr hier lesen. Moore schreibt "Vor meinen verwunderten Augen erschien ein Miniaturschlitten und acht winzige Rentiere, mit einem kleinen alten Fahrer, so lebendig und flink: ich wusste sofort: das war St. Nick!"

Aber Santa sollte nicht lange ein kleiner Gnom bleiben. Bald schon wurde er zum Star einer der größten Werbekampagnen der Geschichte.

The Coca Cola Santa Mit den beginnenden 30er Jahren überlegte der Coca Cola Konzern, wie er sein Imperium ausbauen könntKlick Hier für e. Eine allmächtige Identifikationsfigur musste her. In dem schwedischen Illustrator fanden sie den richtigen Mann, der die Vorbilder von Thomas Nast zu der rot-weiß bepelzten Cola anpreisenden Santa Figur umwandelte, die lange Jahrzehnte den weihnachtlichen Soft Drink Markt beherrschte. Man bemerke: 1930 fand auch ein Wandel von Coca Colas traditionellem Zielpublikum statt. Die Brause sollte von nun an auch für Kinder attraktiv werden. Und was gab es da schöneres, als seine Weihnachtskampagnen mit einer derartigen Kultfigur auszustatten. Hier habe ich eine ganze Galerie an Haddon Sundbloms und Coca Colas Santas zusammen getragen.

Heute ist Santa die "weihnachtliche Leitfigur" fast überall auf der Welt. Da hilft kein Chanukka und keine Shinto Religion: Santa fegt mit seinem Achtspänner über die Welt und beschenkt, so will es die amerikanische Heilsvision alle Kinder(!), wo immer sie auch wohnen mögen.Ist das nicht trostreich? :-)m

Bild mitte rechts: Moritz von Schwind (1804-1871): "Der Herr Winter"
Bild mitte links: Thomas Nast (1840-1902): "Merry Old Santa" Illustration aus Harpers Weekly, 1881
Bild unten rechts: Haddon Sundblom (1899-1906): "The Coca Cola Santa"



aturnalien.

Io! Saturnalia!

Es gab einige Feste, die in der Geschichte dem Weihnachtsfest (das man erst nach dem Konzil von Nizea im 4. Jahrhundert nach Christus zu feiern begann) vorangegangen waren. Da gab es den Mithraskult, ein Männerclub, der im vorderen Orient bis nach Europa unterirdische Feiern für den Sonnengott Mithras abhielten), da gab es das Fest des Sol Invictus, das dem "unbesiegbaren Sonnengott" gewidmet war und am 25. Dezember von den Römern gefeiert wurde, und da gab es die Saturnalien!

Die Saturnalien waren im alten Rom ursprünglich ein Bauerfest, das nach der Ausbringung der Wintersaat zwischen dem 17. und dem 19. Dezember gefeiert wurde. Gewidmet waren die üppigen Festlichkeiten dem Erntegott Saturn, der sozusagen allen bäuerlichen Aktivitäten vorstand. Nach und nach wurde das Fest vergessen, bis es 217 vor unserer Zeit vom römischen Senat wieder eingesetzt wurde.

Was wurde da gefeiert. Die Saturnalien waren das fröhlichste Fest des Jahres. Man opferte zuerst im Tempel des Saturn und rannte dann flugs zu den zahlreichen Festmalen, wo reich und arm fraßen und sauften, was Küche und Keller hergaben. Sogar Glücksspiele in der Öffentlichkeit waren erlaubt! Den öffentlichen Feierlichkeiten folgten zahllose private Orgien, die die ganze Nacht anhielten. Alles war "verrückt", eine Art Karneval, bei dem die Herren die Sklaven bedienten, die Arbeit ruhte und in jedem Haushalt ein "König" berufen wurde, der alles organisierte.

Man trug eine runde "Freiheitskappe", den pilleus, der die Großszügigkeit während der Festtage symbolisierte. Und es gab einen Feiertagsruf: "Io Saturnalia!", "Juchhee, Saturnalien!". Nach der Christianisierung durch Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert verschmolzen die Saturnalien schließlich mit christlichen Vorgaben. Kerzen und Geschenke wurden als wichtigste Gepflogenheiten beibehalten, das Fressen wohl auch.



ol Invictus.

Kaiser Konstantin als Sol Invictus

In dem ersten Jahrtausend vor unserer Zeit feierte man im vorderen Orient den persischen Sonnengott Mithras. Im ersten Jahrhunder v.u.Z. brachten römische Soldaten den Brauch aus Kleinasien mit nach Hause, wo er regen gefallen fand. Der erste Adoptivkaiser Commodus (180-192) hielt sich für eine Inkarnation des Sonnengottes: oh Cäsarenwahn! Im Jahre 274 wurde schließlich Mithras von Kaiser Aurelanius zum Reichsgott erklärt.

Sol Invictus, die unbesiegbare Sonne, wurde von den Römern am 25. Dezember gefeiert, den man damals als Wintersonnwende ansah, auch "bruma" genannt. Hier zeigte sich, dass Sol, der Sonnengott nicht von der Nacht besiegt werden konnte, sondern seinen Triumphzug am Himmel fortsetzte. Das passte schließlich im 4. Jahrhundert, als das Christentum von Konstantin zur Staatsreligion ausgreufen wurde, dass Christus als "Sonne der Gerechtigkeit" vererht wurde. Das Bild links zeigt Kaiser Konstantin auf einer römischen Münze, wo er noch als Verkörperung des Sol Invictus abgebildet wurde.







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