arzipan.

Marzipan Schwarzbrote Oh holdes Marzipan! Für ist sein Geschmack mit Weihnachten untrennbar verbunden. Am liebsten als "Marzipanschwarzbrot", mit dunkler Schokolade umhüllt. Andere wiederum hassen es. Lieben oder hassen: dazwischen geht nichts.

Viel wird spekuliert, woher das Wort "Marzipan" kommt. Einige sagen es stamme vom venezischen "marci panis" (Brot des heiligen Markus), andere schütteln darüber den Kopf und führen eine byzantinische Münze ins Feld, die einen thronenden Christus zeigte. So viel sollte einst das Marzipan gekostet haben. Andere leiten es von einem Holzgefäß her, in dem auf Zypern dereinst ein Steuerobulus transportiert wurde. Ach! Egal: Hauptsache, es gibt es und es schmeckt!

Erfunden haben es gewiss nicht die Lübecker, deren Stadt, so will es die Legende vor langer Zeit einmal belagert worden war. Einer der Bäcker hätte angeblich kein Mehl mehr gehabt, nur noch Zucker und Mandeln. (Was ungefähr so glaubwürdig ist, als hätte man zuhause nur noch Likör anstelle von Hahnenwasser). Daraus habe er dann ein Brot gebacken! Wahrscheinlicher jedoch stammt das Marzipan aus dem Persischen Raum, wo es auch reichlich Mandeln aus Westasien gab. Bereits in den Geschichten aus tausendundeiner Nacht wird von einer "süßen Masse aus Mandeln" gesprochen, die man während des Ramadans gegessen hatte.

Im Mittelalter (das wir zumindest in Teilen gottlob hinter uns gelassen haben) war Marzipan ein extremer Luxus. Bekommen konnte man es in Apotheken, als Stärkungsmittel und reiche Kaufleute (Pfeffersäcke) und der Adel trieben allerhand protzigen Unfug damit. Man sieht, den Hang zum Protz hatten die Reichen schon jeher. Deshalb wurde auch im Jahre 1525 in Venedig der Genuss von Marzipan verboten, als man versuchte gegen die Verschwendungssucht anzugehen.

Kauft man heute echt Lübecker Marzipan, kann es einem schon vorkommen, als befände man sich in einer Apotheke. 75 gr feinstes, von dunkler Schokolade umhülltes Marzipan mit hohem Mandelanteil kostet da locker 2 Eurinchen! Ich gebe zu, da kann ich nicht mithalten. Am liebsten ist mir Rohmarzipanmasse. Die hat einen enormen Mandelanteil von 54 Prozent und ist somit nicht zu süß.

Das bringt mich dazu, wie man Marzipan selbst herstellen kann.

500 gr geschäte Mandeln werden allerfeinst gemahlen oder im Mörser zu Brei gequetscht. Alles wird mit 500 gr. Puderzucker, zwei Esslöffeln Rosenwasser und 6 Tropfen Bittermandelaroma verknetet und 24 Stunden beiseite gestellt.
In einem großen Topf bei sehr schwacher Hitze unter ständigem Rühren bearbeiten, bis sich die Teigmasse vom Boden löst und einen homogenen Klumpen bildet. Diesen in einer Porzellanschüssel kalt kneten und daraus Brote oder Figuren bilden. Man kann diese mit Zimt bestäuben oder in Schokolade Hüllen. Formt man daraus kleine Törtchen und lässt diese im Ofen überbacken, bis sich das Marzipan leicht bräunt, erhält man eine Königsberger Spezerei! Die Zugabe von Invertzuckersirup (z.B. Kunsthonig) macht das Ganze saftiger und "nasser".

Für alle, die den Süßigkeiten Overkill lieben:
Mein Vanille-Marzipan-Schokoladen-Kuchen

Unbedingt probieren sollte man auch Pistazienmarzipan und Walnussmarzipan. Die Finger weglassen sollte man vom Persipan, das aus Kostengründen aus Aprikosenkernen anstelle von Mandeln hergestellt wird. Noch einen Tipp in Zeiten des Terrors. Da Marzipan bei Zollkontrollen am Flughafen nur schlecht von Plastiksprengstoff zu unterscheiden ist, sollte man auf dessen Transport im Handgepäck besser verzichten!


istel.

Mistel am Baum wachsend

Mistelbeeren Diese an Bäumen wachsende Halbschmarotzerpflanze ist vor allem in den angelsächsischen Ländern ein beliebter Weihnachtsschmuck, weil sie im Winter strotzend grün ist und Früchte trägt. So verbreitet sie wie alle wintergrünen Pflanzen (Tanne, Stechpalme) Hoffnung in der finstersten und kältesten Zeit. Sie ist seit jeher ein Glücksbringer und Zaubermittel (oh! Das wissen doch sicher zumindest alle "Asterix" Leser), das vor Blitzschlag Krankheit und Verhexung schützen soll.

Die heutige Medizin hat bereits ihren Wert als gefäßerweiternde und blutdrucksenkende Pflanze erkannt. Angeblich (und das ist nicht medizinisch) soll sie demjenigen Gutes bringen, der unter ihr hindurch geht. Daher wohl auch der Brauch des Küssens unter dem Mistelzweig, den sicherlich alte Männer erfunden haben mögen um so noch einen letzten Vorwand zu haben, eine junge Frau küssen zu dürfen, ohne das es was setzt! Die Engländer nannten die weißen Früchte deshalb auch "Kusskugeln"; in manchen Gegenden wurde der Mistelzweig 12 Nächte nach Weihnchten verbrannt, damit sich der Heiratwunsch der geküssten Jungen und Mädchen auch erfüllen konnte.


yrrhe.

Gold, Weihrauch und Myrrhe Außer Gold und Weihrauch, gaben die drei Sterndeuter dem Jesuskindlein auch Myrrhe zum Geschenk. Das wohlduftende Harz des Myrrhestrauchs, dessen Heimat Abessinien und das südliche Arabien ist, diente im gesamten arabischen Raum als heilsames Räuchermittel.

In vorchristlichen Zeiten, war die Myrrhe eher als Aphrodisiakum (man besprenkte die Betten damit) bekannt, während sie heute vor allem in der Zahnpflege und der Parfumerie zum Einsatz kommt. Das wohlduftende Harz ist auch beliebt bei griechischen Weinbauern, die ihre Holzfässer damit behandeln. Der bekannteste "geharzte" Wein ist der Retsina.

Aber die Myrrhe als Geschenk zur Geburt hat noch eine tiefere bedeutung. Bei den alten Israeliten war es Brauch, den Leichnam eines Verstorbenen in TTücher zu wickeln, die mit Myrrhe behandelt worden waren. So lesen wir in Johannes 19, 39, dass Nikodemus bei der Zubereitung des Leichnams Jesu reichlich Myrrhe spendete. Im Geburtstagsgeschenk liegt also auch eine Ahnung von dem, was dereinst kommen sollte...

Bild links: BARTOLO DI FREDI (1385-88) Anbetung der Weisen (Detail)


Maß halten! Oh was für leichte Worte einen solch schweren Inhalt tragen. Maß halten zu Weihnachten? Wer zum Teufel sind wir denn, mag sich da manch einer im Kaufrausch fragen. Jetzt, wo alle "Fässer" überquellen vor .... Zeug .... (ein besseres Wort fällt mir nicht ein). Essen, Saufen, Möbel kaufen, Weihnachtsnippes, feines Geschirr, edles Dekor und von den Verlockungen der Elektronikindustrie einmal ganz abgesehen.

Adventszeit=Fastenzeit??? Ja, so war's wohl mal gedacht. Heute aber haun wir uns, was wir kriegen können rein. Alles in Überdosen und rauhesten Mengen. Fernsehen, Schaufenster, Flatscreens, Fressen ... da gibt es kein Halten. Wir alle kriegen den Hals nicht voll: Auto fahren, als wäre der Teufel hinter uns her, Shoppen bis zum epileptischen Anfall, Elektrizität verprassen, als würden uns die dunklen Mittwintertage regelrecht verschlingen!

Ich geb ja zu: ich lange auch gerne mal hin! Aber ich hab viele Abende, wo das Licht ausbleibt, das Internet schlafen gelegt wird und die Glotze einmal nicht angebetet wird. Dann beobachte ich alleine oder im trauten Kreise die Dunkelheit. Und da kommen auch wieder all die alten, verschütteten Geschichten und Bilder der "stillen Zeit" hoch. Nichts religiöses. Ein paar Kindheitserinnerungen ... schöne Stunden mit Freunden und Lieben ... so kann ein wenig Maß ganz schön fett Spaß machen!

"Bedenke: Nicht zu bekommen was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall."

Dalai Lama







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