ametta.

Goldenes Lametta Der von manchen verehrte, von anderen (wie mir) gehasste Christbaumschmuck wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Nürnberg erfunden. Seit dem ausgehenden Mittelalter war die Stadt ein Zentrum der Feinblechnerei und der Drähtezieherei. Lange bevor es das Lametta gab, wurden hier bereits Rauschgold (dünngewalztes Messingblech) und "leonidische Fäden" hergestellt, ein feines Messinggespinnst, mit dem man Schmuck, Christbaumkugeln und dergleichen verzierte.

Zur Herstellung des goldfarbenen Lamettas wurde ein auf 0,022 mm dünn ausgewalztes Messingblech verwendet, während für das silberne (und bis heute beliebtrere) Stanniolfolie benutzt wurde. Heute wird Lametta aus poliertem Aluminium hergestellt oder aus verzinkter Bleifolie, die aufgrund ihres schwereren Gewichts besser zum Schmücken geeignet ist. Allerdings ist sie auch schädlicher für die Umwelt und sollte deshalb recycelt werden.

Neuerdings gibt es immer mehr Lametta aus Kunststoff, das in allen Farben zur Verfügung steht und somit dem modischen Christbaumschmücker vielleicht gelegener kommt, als das Althergebrachte.

Das Wort "Lametta" kommt vom italienischen "Lama" = Metallblatt.




ebkuchen.

Nürnberger Elisenlebkuchen mit Zuckerglasur

Das Wort "Leb" hat nichts mit "Leben" zu tun sondern stammt entweder vom altdeutschen Laib (wie es auch im "Leberkäse" steckt) oder vom lateinischen "libum", was "Fladen" bedeutet. Die ersten Lebkuchen backten wohl vor rund 3000 Jahren die Ägypter, indem sie ihre Fladenbrote kräftig würzten und mit Honig süßten.

Von dort aus wanderte das "Opferbrot" nach Griechenland und Rom. Mönche brachten das Rezept wohl über die Alpen, bis es schließlich nach Nürnberg gelang, das im Mittelalter ein bedeutender Handels- und Umschlagplatz für Gewürze war. In einer Urkunde von 1395 wird der erste Lebküchner (Zeltner) erwähnt. Oh: man LIEBTE Gewürze damals und die Reichen (die "Pfeffersäcke") kleckerten damit nicht, sondern klotzten. Den Honig gab es frei von Wildbienen aus den Wäldern. Die honigliebenden Bären wurden plötzlich zu ernsthaften Konkurrenten um den klebrigen Zuckersaft, was zu ihrer beinahe vollständigen Aurottung rund um Nürnberg führte.

Im Groben gibt es zweierlei Sorten von Lebkuchen: die "braunen Kuchen", ein Honigteig der ohne Oblate ausgebacken wird und die, meist auf Oblaten gebackenen Pfefferkuchen. Ein rechter Zeltner verwahrte seinen aus Honig, Mehl ubnd Hirschhornsalz monate- wenn nicht jahrelang in Holzfässern, ehe sie geknetet und verbacken wurden.

Heutzutage verstehen wir unter "Nürnberger Lebkuchen" jedoch meist ein aus Rührteig unter Verwendung von Nüssen oder Mandeln (Elisen-), Zucker, Eiern und Gewürzen hergestelltes Flachgebäck. Und davon gibt's Hier das Rezept


osnächte.

Unheimliche Losnächte Auch "Rauhnächte" oder "Zwöftnächte" genannt. "Los" kommt vom mittelhochdeutschen "losen", was "orakeln" bedeutet, oder schlicht "Schicksal". In ebendiesen Nächten (mancherorts herrschen sie zwischen Heiligabend und Epiphanias (6. Dezember), mancherorts beginnen sie bereits in der Nacht zum 21. Dezember, dem Thomastag) werden allerlei Orakel und Zauber betrieben. Viele dieser abergläubischen Handlungen zielen darauf, das Wetter des kommenden Jahres zu erfahren oder in welcher Gestalt wohl der künftige Ehemann eines Mädchens daher kommen wird. ("Gackert der Hahn kriag ich a Mann, gackert die Henn, kriag ich kenn")

Oder man legt zwölf aufgeschnittene Zwiebelhälften vor das Fenster. Für jeden Monat eine. Sammelt sich auf ihnen Wasser, wird der Monat regnerisch, bleibt die Zwiebel trocken, bleibt es auch der entsprechende Monat.

Unheimliche Losnächte Manche Losnächte sind besonders zauberkräftig. So die Heilige Nacht und die Dreikönigsnacht. Klopft man behutsam an die Stalltüre, beginnen die Tiere zu reden und verkünden, wer im kommenden Jahr sterben wird (Ironischerweise sagen sie besonders häufig den Namen des Anklopfenden!). Begibt man sich in diesen Nächten um Mitternacht an einen Kreuzweg, mag man sehen, wie sich der Himmel über einem öffnet, um kommende Ereignisse kund zu tun. Manchmal kommt der Teufel selbst auf den Losenden zugerast. Weicht man nicht vom Wege, findet man in seiner Tasche Bohnen, die sich alsbald in Gold verwandeln.

Ein besonders schönes Werk der Losnachtliteratur ist das Traumlied des Olaf Asteson, eine norwegische, mittelalterliche Geschichte, welche die Wunder der zwölf Losnächte beschreibt.

Bild rechts: Harald Kretschmer: "Winterwald"
Bild links: Helmut Halfmann: Weihnacht in Dinkelsbühl


ucianacht Santa Lucia Bis ins Jahr 1582 galt die Nacht zum 13. Dezember als längste des Jahres. Papst Gregor der XII. sollte dies ändern, indem er nach langen Beratungen den bislang gültigen Kalender abändern ließ zu dem, was wir heute kennen. Er ließ auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober folgen, was den 21. Dezember zum kürzesten Tag des Jahres machte.

Der 13. Dezember ist der Luzientag und ein uraltes Sprichtwort sagt (in Anlehnung an den alten Kalender): "An Sancta Lucia ist der Abend dem Morgen nah!". Lucia lebte im dritten Jahrhundert drunten in Sizilien. Ähnlich wie die heilige Barbara war auch sie eine überzeugte Christin, die ihre Verlöbnis mit einem Mann auflöste, nachdem dieser sich nicht zum Christentum bekennen wollte. Um alles noch schlimmer zu machen, schmuggelte sie Nahrung für die damals verfolgten Christen in die Katakomben der Stadt. Die Legende berichtet, dass sie, weil sie beide Hände voll hatte, einen Lichterkranz auf dem Haupte trug, um sich in der DUnkelheit zurecht zu finden. In ebendiesen Katakomben fand man auch die erste schriftliche Erwähnung die im vierten Jahrhundert dort angebracht wurde und der "Leuchtenden" (das bedeutet "Lucia") zu gedenken. Schwedische Luzienbraut

Die Luziennacht ist eine Losnacht, besonders zauberkräftig und unheilvoll, wie es sich für die einst dunkelste Nacht des Jahres gehörte. In Schweden übernahm man angesichts der dunklen Nächte den Luzienbrauch. Am Morgen des 13. Dezember wartet die älteste Tochter des Hauses, geschmückt mit einem leuchtenden Kerzenkranz auf dem Kopf, auf die Familie, um ihr Frühstück zu servieren. Das Frühstück besteht aus den ersten Weihnachtsplätzchen und einem traditionellen Safranbrot.

Bild rechts: Pietro Alemannos (?-1498) "Santa Lucia"
Bild links: Carl Larsson (1853-1919): "Lucia"







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