laubauf, Krampus und Knecht Ruprecht.

Der bayerische Klaubauf Seit Alters her begleiten den Nikolaus oder auch das Christkind düstere Gestalten, Pelz tragende, rohe Gesellen, gebückt, finster drein blickend, mit einem Sack auf den Schultern und einer Rute in der Hand. Das sind jene bärtigen, archetypischen Männer vor denen ich als Kind um Weihnachten solche Angst haben musste. Als diese noch Teil der Erziehung in Schulen und Elternhäusern waren. Wie fürchteten wir den Streich mit der Rute, wenn wir beim Gedichtaufsagen versagten oder wenn wir ob unseres Verhaltens das Jahr über gerügt werden mussten. Heute gehören solch zweifelhafte Methoden der Vergangenheit an, aber wir werfen trotzdem noch einen Blick auf diese Gesellen, die das Böse symbolisierten, das dem Guten (Nikolaus, Christkind) untertan sein musste. Krampus

In Bayern und Österreich geht in der Vorweihnachtszeit der schreckliche "Klaubauf" um. Er durchzieht die abendlich dunklen Straßen, reißt die Haustüren auf und wirft Nüsse und Äpfel in die Flure. Dabei ruft er "Klaub auf!". Wehe er findet ein Kind in den Gassen: sogleich wird er es in einen Sack tun und in den Waldschleppen. Niemand wird es je wieder sehen.

Die Krampusse und die Pelzmärtel aus Süddeutschland, sind nicht minder grausig, denn sie tragen gehörnte Masken, mit denen sie die Kinder in den Rücken stoßen können. Im Pfälzischen geht der greisliche "Belzenickel" um, ein mit bärigem Pelz bedeckter Unhold, der im laufe der Jahrhunderte als "Knecht Ruprecht" geradezu eine heilige Karriere durchgemacht hatte. Dennoch: Allesamt Gestalten aus den tiefsten Abgründen der Hölle.

In den Alpen gibt es zudem noch die Buttenmandeln, in Stroh gehüllte, rohe Gesellen mit grässlichen Masken (Larven) auf, die den heiligen Nikolaus begleiten. Mancherorts haben sie statt Füßen Hufe und sehen aus, als kämen sie direkt aus der Unterwelt.

Und so soll es auch sein: die Dämonen der finsteren Winternächte werden bezwungen von den heiligen Lichtgestalten und müssen ihnen bei ihrem edlen Werk dienen.

All diese Figuren können auch als "Perchten" eingereiht werden, heidnische Unholde im Gefolge der alten Götting Perchta (oder Huldra oder Frau Holle), die in den weihnachtlichen Rauhnächten ihr Unheil treiben. Hier geht es auf eine sehr schöne, österreichische Seite mit stattlichen Perchten!

Bild oben links: Figur des Klaubauf
Bild rechts: ein klassischer Krampus


lopfnächte.

Anklöpfeln im Alpenland

Seit dem 16. Jahrhundert gelten die drei Donnerstage vor Weihnachten als "Klopfnächte". Vermummte Gestalten liefen dereinst durch die Dörfer und warfen prasselnd Hände voll getrockneten Linsen und Erbsen an die Fenster(unschwer als Fruchtbarkeitsritus zu erkennen). Daraufhin entspann sich ein wahrer Sängerwettstreit zwischen Klopfern und Hausvätern, die sich mit Versen und Gegenversen bedachten. Oft folgte eine kleine Bewirtung oder ein Geschenk.

1. Wir ziehen da-her, so spät in der Nacht,
denn heut ist ein heilige Klöpfele-nacht.

2. Wir wünschen dem Bauern an goldigen Wagn,
dass er mit der Bäurin in Himml ko fahrn.

3. Wir wünschen der Bäurin an goldigen Ring,
in der Mitt drin a Sterndl, liegts Christkindl drin.

4. Wir wünschen de Hausleut a glückseligs Neus Jahr,
a goldiges Christkind mit aufkrauste Haar.



aufrausch.

Kaufrausch Auch als Kaufwahn oder Geschenkewahn bekannt. Dies ist die Zeit des Jahres, in der man feiste, rotbäckige Bauern oder Handwerksgesellen aus den ländlichen Regionen die Douglas Filialen erstürmen sieht, um danach mit einem affigem Täschlein bewaffnet, diese wieder parfumbeladen zu verlassen.

"Nur noch ein Geschenk" sind berühmte letzte Worte jener Zeit. Darauf folgen impulsartige Kaufattacken, die zu Bergen von Einkaufstüten führen, welche meist rücksichtslos und unter heftigem Einsatz von Ellbogen zur nächsten Tiefgarage geschleppt werden.

Wer sich vor solchen Anfällen ernsthaft schützen will, der gebe in der Weihnachtszeit seine EC Karte zu treuen Händen oder lasse sich vom Arzt ein Mittel namens Fluctin (auch bekannt als Prozac) verschreiben, das in den USA schon lange als Anti-Kaufzwangmittel bekannt ist.

Bild rechts: Norman Rockwell (1894-1978)"What a Wonderful Surprise" Detailansicht


rippe

"Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen." (Lukasevangelium)

Dies ist die einzige Bibelstelle von der man erfahren kann, dass das Jesuskind in einer Krippe gelegen hat. Vor dem geistigen AUge zahlloser Künstler traten diese Zeilen geradezu einen Bilderwahn los, der seines Gleichen in der Kunstgeschichte suchen mag.

Bereits in den ersten Jahrhunderten nach Jesu Tod, fanden Andachtsspiele rund um eine Kripe statt. Dieser Brauch wurde allerdings wieder vergessen, bis Franz von Assisi im 13. Jahrhundert eine Weihnachtsmesse lies, in deren Zentrum eine Krippe samt Jesuskind stand.

In den evangelischen Gefilden, wo die Gottesmutter Maria bei weitem nicht den Stellenwert hatte und hat, als in den katholischen, fehlte die Darstellung der Heiligen Familie samt Krippe meistens und wurde vielleicht deshalb gerade dort so eifrig durch das Aufstellen eines Weihnachtsbaumes besetzt.

Das schönste Krippenweihnachtslied stammt aus der Feder von Paul Gerhard (1607-1676) und Johann Sebastian Bach

"Ich steh an deiner Krippe hier,
O Jesu du mein Leben;
Ich komme, bring und schenke dir,
Was du mir hast gegeben.
Weihnachtskrippe Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
Und laß dir's wohlgefallen.

Da ich noch nicht geboren war,
Da bist du mir geboren
Und hast mich dir zu eigen gar,
Eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
Da hast du schon bei dir bedacht,
Wie du mein wolltest werden.

Ich sehe dich mit Freuden an
Und kann mich nicht satt sehen;
Und weil ich nun nichts weiter kann,
Bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
Und meine Seel ein weites Meer,
Daß ich dich möchte fassen !"







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