esus.

Das letzte Abendmahl Wer bin ich, hier über Jesus zu schreiben? Das haben andere und berufenere bereits bestens erledigt. In zahlreichen Produktionen (ähm...nicht zu Letzt in der Bibel) wird über Leben und Werk berichtet. Heutzutage versuchen sich Wissenschaftler an die historische Figur heranzutasten. Manche behaupten gar, das Grab gefunden zu haben. Manche reden davon, dass Jesus Frau und Kinder gehabt haben könnte, andere wiederum nehmen in Anspruch den "Titulus" gefunden zu haben, das berühmte "INRI", das an sein Kreuz genagelt war. Gerichtsmediziner rekonstruierten sein Gesich anhand von Schädelfunden aus der Zeit und stellten fest, dass es damals als "weibisch" galt, langes Haar zu tragen: Jesus musste wohl eine modische Kurzhaarfrisur gehabt haben.

Romanautoren klonen Jesus ala Jurassic Park und falsche Poeten tauchen von Zeit zu Zeit aus dem esoterischen Urschleim auf und vermelden, der wieder auferstandene Jesus zu sein.

Historische Quellen sind rar. gewiss, da sind die Evangelien, aber keiner der Verfasser hatte zu Jesu Lebzeiten gelebt. Da gibt es römische Geschichtsschreiber, die von "Christen" sprechen, die in Rom für allerlei Ungemach sorgen, da gibt es fragwürdige Relikte, wie die Heilige Lanze, das Turiner Grabtuch, Splitter vom Kreuz, Nägel vom Kreuz und dergleichen mehr.

Madonna della Rosa Einziges glaubwürdiges Zeugnis legte wohl der Römische Geschichtsschreiber Tacitus ab, der von einem "Christus" berichtete "welcher unter der Herrschaft Tiberius' auf Veranlassung des Prokurators Pontius Pilatus hingerichtet wurde"

Sein Steckbrief fällt daher eher knapp aus: geboren in Bethlehem, VOR dem Jahre 4 vor unserer Zeit (das war das Jahr in dem Herodes gestorben war), Heimatort nazareth in Galiläa, Stiefvater: Joseph, Zimmermann. Wie der Vater, lernte auch der Sohn den Beruf des Zimmermannes und lebte den Großteil seines Lebens in Nazareth. Außer der Fluchtepisode nach Ägypten wird in der Bibel nicht viel über seine Kindheit erwähnt. Dann ließ er sich "ungefähr mit dreißig Jahren" (Lukas) von seinem Cousin Johannes taufen und beginnt mit seinem öffentlichen Werk. Hingerichtet wurde er zwisch 26 und 36 u.Z. an einem Freitag. Nach den Evangelien im ersten jüdischen Frühlingsmonat, dem Nisan. Bibelforscher meinen dass demnach der 7. April 30, der 27. April 31 oder der 3. April 33 in Frage kämten.

Verkneifen möchte ich mir nicht einen Text von Hannes Wader. Das Lied heißt "Steh doch auf du alter Hund" und ist im Stil der Vagabundenlieder geschrieben. Gott kommt dabei nicht gut weg, zumindest nicht der aus Rom. Sein Sohn jedoch schon:

Dieses Paradies hat vor dir keine Menschenseele je lebendig oder tot gesehn.
Nur hat man's vorher nie gewußt, nirnm's in Besitz, dies kahle Land,
du findest schon den Dreh, wie du mit deinesgleichen dieses Feld beackern mußt.
Vielleicht trefft ihr hier oben, doch das steht noch gar nicht fest,
einen Greis, zehntausend Jahre alt, der nicht sterben kann,
der sich nur noch von seinem Sohn mit Griesbrei füttern läßt.
Läßt aus Furcht um seinen Thron niemand sonst an sich heran.
Noch hält dieser Greis in seiner Hand die Fäden dieser Welt.
Nehmt sie ihm ab, verzeiht ihm oder nicht, es ist auch gleich.
Erlöst seid ihr dann, wenn sein Thron in sich zusammenfällt.
Doch den Sohn behandelt gut, er ist einer von euch.

Bild oben links: Leonardo da Vinci (1452 -1519 )"Das letzte Abendmahl"
Bild rechts: Raffael (1483-1520) "Madonna della Rosa"


ul.

Der Julblock wird herbeigeschafft Woher das Wort stammt bleibt unklar. Erstmal schriftlich erwähnt wurde es im "Codex Ambrosianus A", einem gotischen Kalenderwerk, wo "Naubaimbair: fruma Jiuleis überschrieben. Das heißt „November: der erste Julmonat“. Ganz gewiss ist das Wort nicht indogermanischen Ursprungs (zum Leidwesen manch brauner Volksseelen), denn auch im Finnischen taucht es auf, was nun gar keine Sprachverwandtschaft zum Indogermanischen hat.

Gewiss ist das nordische Julfest (eine altgermanische Angelegenheit) NICHT der Vorläufer von Weihnachten, denn letzteres ist wesentlich älter.

Im Skandinavischen wird Weihnachten "Yul" geheißen, im englischen Sprachraum "Yuletide" und im nordfriesischen "Jül".

Vor allem in Skandinavien sind viele der mittelalterlichen Bräuche erhalten geblieben und werden heute beim allgemeinen christlichen Weihnachten, was dort auch immer noch „Jul“ heißt, beobachtet. Man wünscht sich „God Jul“ („Frohe Weihnachten“). Auch ist dort der Julbock erhalten geblieben, der meist unter dem Weihnachtsbaum aufgestellt wird und die Geschenke trägt. Ein leichtes Wiederaufkommen dieses Gegenstands gab es in Deutschland, da das schwedische Möbelhaus IKEA den Strohbock zur Weihnachtszeit im Sortiment trägt, weil dieser in Schweden eben mit zum Weihnachtsfest gehört.

Julklapp!!! Julklapp!!! Der eigentliche Mittelpunkt am Weihnachtsabend ist das gemeinsame Essen. Nach dem Nachtisch werden die „Julklapp“-Päckchen aus den Verstecken geholt. Beim Brauch des Julklapp wird ein in vielen Hüllen gepacktes Geschenk in den Raum geworfen und dabei „Julklapp! Julklapp!“ gerufen. Bei diesen Geschenken ist weniger der materielle Wert von Bedeutung als die Kleinigkeit oder der Vers, der immer in positiver oder negativer Hinsicht auf die Person des Beschenkten ausgerichtet ist. Keiner darf auspacken, ohne das Verschen vorzulesen. Wenn sich das Gelächter über diese Reimchen gelegt hat, wenn die Geschenke begutachtet und bewundert worden sind, dann wird um den Weihnachtsbaum getanzt.

Am ersten Weihnachtstag geht es zur Kirche, dabei säumen brennende Kerzen in den Fenstern der Landgemeinden den Weg. Dieser Tag ist im Gegensatz zu den vorherigen eher ruhig und beschaulich. Die Nachbarn und Bekannten besuchen einander, die Kinder beschäftigen sich mit den neuen Spielsachen oder ziehen von Haus zu Haus und wünschen „God Jul“.

Natürlich hat das Weihnachtsfest als solches auch heidnische "Vorläufer". Dazu gehören bestimmte nordische Mittwinterfeste, denn es ist nur natürlich zur Zeit der längsten Nächte nach dem Licht zu streben. Aber die Weihnachtsbräuche, die wir heute kennen sind sicherlich mehr inspiriert vom alten Mithraskult (ein patriarchalischer Sonnenkult) oder den römischen Saturnalien (Fressgelage zu Ehren des ERntegottes Saturn), die ebenfalls Ende Dezember gefeiert wurden und den Festlichkeiten zu Ehren von Sol Invictus, der unbesiegbaren Sonne.




ulblock.

Julblock In nordischen Gefilden, wo der Mensch abhängig vom Feuer war wie nirgendwo anders, wurden im Mittelalter zu Weihnachten alle Herdfeuer gelöscht. Die Familien scharten sich ang zusammen und wurden der bitteren Kälte des Winter gewahr. Dann brachten die Männer einen großen Wurzelstock, den "Julblock" ins Haus. Man vergrub ihn in der Herdstätte und zündete ihn an. Sein heiliges Feuer sollte von nun an über Weihnachten die Familie wärmen. Seine Asche wahrte man sorgsam auf.

Den Julblock kennt man auch als Christblock. Das Holz einer Eiche oder Esche (manchmal auch vom Apfelbaum oder Kiefer) wird für einen solchen Holzklotz für den Kamin am Heiligabend verwendet. Mögliche Weihung erfährt der Stamm oder Scheit durch das Übergießen mit Wein und einem darauf folgenden Segensspruch. Dadurch wird die Bedeutung des Herdfeuers bzw. in der heutigen Zeit des Kaminfeuers in der kalten Jahreszeit hervorgehoben.

Aus einer mittelalterlichen Quelle kann man von einem sehr schönen, menschlichen Brauch lernen, wonach die Förster und Forstarbeiter um Weihnachten herum nicht den Wald betreten durften, damit sie nicht die "Waldfrevler" sehen, arme Leute, die sich ihren Weihnachtsbrand ins Hause holten.


ulbock Der Julbock von Gävle

Hier mischt sich traditionelles mit kulinarischem. Einerseits war der Julbock ein aus Stroh gebastelter Bock, eine Sitte die noch von nordische Traditionen übernommen wurde: Die Figur des Julbock stammt aus einer Zeit, als in Skandinavien noch die Nordische Mythologie vorherrschte. Der Wagen des Gottes Thor wurde von zwei Ziegenböcken gezogen. In Finnland wird der Weihnachtsmann Joulupukki genannt, was eine wörtliche Übersetzung von Julbock ist.

Die kulinarische Tradition besteht darin, dass man einen feisten Schafbock vor den Festtagen mästete (bei ärmeren musste wohl eine Ziege reichen), der dann feierlich geschlachtet und zubereitet wird.

Im schwedischen Gävle wird seit 1966 ein wahrhaft riesiger Julbock aufgestellt, der des Nachts festlich beleuchtet wird. Leider wurde das stattliche Kunstwerk in den letzten Jahren immer wieder Opfer von Brandanschlägen, wobei viele Touristen glaubten, dies sei eine alte Sitte (ein Julbockfeuer vielleicht???) und sich kräftig am Vandalismus beteiligten. Seitdem wird der Bock durch etlich Webcams überwacht und feuerfest imprägniert, was sein Überleben schließlich garantierte







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