hr Kinderlein kommet.

Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all!
Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht
der Vater im Himmel für Freude uns macht!

Krippenszene Es scheint ungewöhnlich und sonderbar: "Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes" heißt es doch in der Bergpredigt. Sonderbar deshalb, weil sonst nirgends in der Bibel auf Kinder eingegangen wird. Ich suchte und suchte und fand keine andere Stelle, an der das Kind im Zentrum der Beachtung stand. Kinder scheinen in den Zeiten, in denen die beiden Testamente geschrieben wurde geradezu Nullpersonen gewesen zu sein. Man erwähnt sie nicht, man kümmert sich nicht, man schenkt ihnen keine besonderen Aufmerksamkeiten.

Um so gruseliger, dass wir da so gerne von der "kindlichen Religion" sprechen, wenn wir das meinen, was wir als kiddies in der Schule und anderen Erziehungsanstalten gelernt haben.

Anders sieht es aus mit Geboten: Eltern achten und ehren! Nirgends steht dasselbe auf die Kinder bezogen! Und, ach ja: mit Züchtigungen, Missbrauch und roher Gewalt spart die Bibel gar nicht. Schaun wir es uns mal an:

"Wer seinen Sohn liebt, hält den Stock für ihn bereit, / damit er später Freude erleben kann." (Sir 30,1)

"Beug ihm den Kopf in Kindestagen; schlag ihn aufs Gesäß, solange er klein ist, sonst wird er störrisch und widerspenstig und du hast Kummer mit ihm." (Sir 30,12)

"Erspar dem Knaben die Züchtigung nicht; / wenn du ihn schlägst mit dem Stock, wird er nicht sterben." (Spr 23,13)

Soweit das alte Testament. Im neuen wird zwar etwas weniger gezüchtigt, aber dennoch:

"Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern in allem; denn so ist es gut und recht im Herrn." (Kol 3,20)

"Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; / er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat. Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet. Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt? Würdet ihr nicht gezüchtigt, wie es doch bisher allen ergangen ist, dann wäret ihr nicht wirklich seine Kinder, ihr wäret nicht seine Söhne. Ferner: An unseren leiblichen Vätern hatten wir harte Erzieher und wir achteten sie. Sollen wir uns dann nicht erst recht dem Vater der Geister unterwerfen und so das Leben haben?" (Hebr 12,5-9)

Mehr möchte ich da nicht hinzufügen. Heute ist das ja ALLES viiiieeeeel einfacher geworden: es gibt Logopäden, Therapeuten und wenn alles nix hilft, Ritalin. Was hat denn nun aber die Weihnachtszeit mit eventuell hyperaktiven Kids mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (schönes Wort) zu tun? Vielleicht das: Schenk einem Kind ein Ball und es ist glücklich. Schenk einem Kind 3 Bälle ist es verwirrt!




n dulci Jubilo.

Mein absoluter all-time Weihnachtsschlager! Das Lied kann ich an Weihnachten Tag und Nacht hören, sei es vom den Tölzer Knabenchoroder in der Fassung von Mike Oldfield. Es handelt sich um ein sogenanntes „makkaronisches“ Gedicht", das in zwei Sprachen (hier: deutsch und Latein) verfasst wurde. Und altehrwürdig ist es auch noch, wird es dem mittelalterlichen Sänger Heinrich Seuse (1295-1366) zugeschrieben. Zum ersten Mal erscheint es 1440 in einer Liedersammlung bei Peter von Dresden.. Und HIER könnt ihr euch das midi file anhören

1
In dulci jubilo, Heinrich Seuse nun singet und seid froh!
Unsers Herzens Wonne
leit in præsepio
und leuchtet als die Sonne
matris in gremio.
|: Alpha es et O. :|

2
O Jesu parvule,
nach dir ist mir so weh.
Tröst mir mein Gemüte,
o puer optime;
durch alle deine Güte,
o princeps gloriae,
trahe me post te.

3
Ubi sunt gaudia?
Nirgend mehr denn da,
da die Engel singen
nova cantica
und die Schellen klingen
in regis curia.
Eia, wärn wir da!

4
Oh pater caritas
oh mater lenitas
wir wären gar verdorben per nostra crimina:
So hast du uns erworben
coelorum gaudia.
Maria, hilf uns da!

Bild oben rechts: Holzschnitt von Heinrich Seuse, 15. Jhrdt.



nsolation Insolation

Ein wenig Wissenschaft hat noch niemandem geschadet. Mit Insolation wird die Sonnenbestrahlung der Erde bezeichnet. Die Summe der Sonnenbestrahlung ist zwar immer konstant, variiert aber je nach Jahreszeiten und Breitengraden. Bezogen auf die Nordhalbkugel erreicht die Insolation am 22. Dezember ihr Minimum, am 21. Juni ihr Maximum. Aufgrund ihrer eliptischen Umlaufbahn um die Sonne bekommt die Erde im Januar rund 7% mehr Sonnenlicht ab (nächster Sonnenabstand) als im Julie (entferntester Sonnenabstand). Nur merken wir davon wenig, da die Nordhalbkugel zu dieser Zeit der Sonne abgewandt ist.

Natürlich ist der Begriff mal wieder englischen Ursprungs und leitet sich von Incoming Solar Radiation ab. Gut soweit. Schlecht ist, das viele Menschen auf niedrige Insolation mit Depressionen reagieren. Dabei handelt es sich wohl in den meisten Fällen eher nicht um eine klinische Depression, sondern um eine Dysthyme Störung, was ein Fachausdruck für "mieserabel drauf sein" ist.

Unsere skandinavischen Nachbarn begegnen der Lichtmangeldepression indem sie überall Tageslichtstrahler aufstellen. Auch in speziellen Cafes, wo man sich und seine Zirbeldrüse für die Dauer eines Glühweins bestrahlen lassen kann.







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