abenbringer.

Christkind Nur schnell noch, ehe Santa Claus die Weltherrschaft übernimmt, ein Wort zu den unterschiedlichen Gabenbringern in den unterschiedlichen Kulturen. Lange Zeit war es der Heilige Nikolaus, der am 6. Dezember den lieben Kleinen die Gaben brachte. Damals passte noch alles in einen Strumpf, genauso wie heute: waren es einst Apfel Nuss und Mandelkern, sind es heute eher Handy, MP3 Player und I-pods.

Nach der Reformation bewirkte Martin Luther, dass der "Heilige Christ" die Gaben brachte und das evangelische Volk verniedlichte ihn sogleich zum "Christkindl". St. Nikolaus

Ohne Vorwarnung wandelte sich das Gesamtbild in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aus dem Nikolaus wird der eher weltliche Weihnachtsmann und aus dem evangelischen Christkind der Lieblingsgabenbringer bei den Katholiken.

In Frankreich bringt "Père Noel" die Geschenke mit Ausnahme einiger Flecken, wo eine als Martfrau getarnte "Mère Noel" einbeschert.

Im katholischen Österreich tut das Christkind seinen Dienst, während in der deutsch sprachigen Schweiz die Geschenke ganz unprosaisch von den Erwachsenen selbst dargereicht werden. Dafür erscheint dort aber auch am 6. Dezember der Samichlaus, der schwyzerische Nikolaus.

In den -meist protestantischen- Ländern der englisch sprachigen Welt versieht Santa Claus, ein kulturhistorischer Verwandter des katholischen Nikolaus deinen Dienst.

In Spanien ist Weihnachten nicht so sehr ein Kinderfest, eher ein Fress- und Saufgelage für Erwachsene. Die Kleinen bekommen dann am 6. Januar von den Heiligen Drei Königen die Geschenke. Neuerdings weichen aber auch hier die Traditionen auf und der Nikolaus beschnkt seine Leute am sechsten.

Jultomte In den Niederlanden versieht Sinterklaas mit seiner Horde von kleinen schwarzen Kobolden, die "schwarzen Peter" seinen Dienst, während in Skandinavien der Jultomte, ein recht bodenständiger Typ unterwegs ist. In der italienisch sprechenden Schweiz kommt zu Weihnachten das "Bambinello Gesù", das Jesuskindlein oder auch schlicht Bappo Natale genannt.

La Befana In Italien kommt die alte Hexe "La Befana" am 6. Januar. Sie hat einmal heiligen Männern die Unterkunft und Verpflegung verweigert und ist nun dazu verdammt den Gabenbringerdienst an den Kindlein zu unternehmen.

In der Sowjetunion feierte man ab 1937 das "Jolka", ein säkulares Weihnachtsfest, an dem Großväterchen Frost für Äpfel und Wodka sorgen musste. Ähnliches versuchten auch die Nazis durzusetzen indem sie aberwitzige Traditionen von germanischen Mittwinterfeiern als den wahren Ursprung von Weihnachten verticken wollten. Es sei der Adventskranz nichts anderes als der hehre Eichenlaubkranz germanischer Helden. Zum Glück hielten ihre "Traditionen" nicht länger als ihr "1000 jähriges Reich".


ans.

Immer noch traditioneller Höhepunkt aller weihnachtlichen Festschmause. Angeblich hatte die englische Königin Elisabeth vom Sieg über die spanische Armada 1588 erfahren, als sie gerade eine Gans zum Weihnachtsfeste verspeiste. Seither wanderte der Brauch über ganz Europa.

Die Weihnachtsgans Copyright Jürgen Howaldt Eine andere Version besagt, dass mutmaßlich einflussreichen Feinschmeckern der triste Weihnachtskarpfen zu wenig festlich erschienen sein soll und deshalb darauf hingewirkt wurde, dass Gänse und Enten wegen ihrer Affinität zu Wasser im Sinne der Gebote als Fische zu gelten hätten, was ja ein höchst christliches Symbol war und ist.

Wie auch immer: wer Lust auf Gänsebraten hat, der soll sich auf meinen Rezeptseiten umsehen

Bild: Copyright Christmas Goose von Jürgen Howaldt


lühwein

Erstmal stundenlang anstellen. Jaja...und die Tasse 3 Euro Pfand! Und dazu den billigen EU Tafelweinverschnitt und ein Beutel Glühweinfix ... so sieht's doch aus, draußen in der harten Welt der Weihnachtsmärkte. Will man die Tasse zurückbringen, muss man sich natürlich WIEDER anstellen (das Menschenknäuel hat seine Größe mittlerweile jedoch verdoppelt) und am Ende behält man die Tasse eben doch, als "Andenken".

Dann doch lieber selbst machen. Folgendes Rezept habe ich entwickelt und bin besonders stolz darauf, da es fruchtig würzig und nicht allzu "weinig" ist.

  • 1 l Rotwein
  • 200 ml frisch ausgepresster Saft von Clementinen
  • 100 ml Wasser
  • Zucker nach Wunsch (auch mal eine Mischung aus braunem und weißem Zucker probieren)
  • 1 Zimtstange, gespaltet
  • 4 Nelken
  • ein Bruchstücklein Sternanis (wer das mag)
  • 1 TL Koriandersamen
  • abgeriebene Schale einer Clementine (unbehandelt)
  • abgeriebene Schale einerhalben Zitrone

Wasser, Zucker und Gewürze und Schalenabrieb aufkochen und sirupartig einkochen.

In einen feuerfesten Krug abseihen. Clementinensaft zugeben (wahlweise auch Orangensaft).

Den Rotwein zugeben und alles erhitzen. Nicht mehr groß kochen. Der Alkohol verfliegt zwar weitaus langsamer, als es der Volksmund behauptet, wir wollen dennoch die volle Dröhnung! Wem die nicht reicht, der bereite sich das folgende Brauchtumsgetränk zu:




lögg.

Man könnte ja meinen, der Buchstabe "G" beinhaltet nix anderes als Alkohol. Man vergebe mir, aber das skandinavische Kultgetränk darf einfach nicht fehlen. DER schwedische Weihnachtspunsch überhaupt. Traditionsgemäß trinkt man ihn am 13 Dezember, dem Luziatag, aber wie ich meine Schweden so kenne dehnen sie ihre Glögg-Zeit großzügig aus. Hier das Rezept:

  • 1 l Rotwein
  • 1 l Muskateller (ja, das süße, ungarische Zeug, nicht den pingeligen Muscat aus dem Elsass)
  • 1/4 l süßer Wermutein
  • 1 EL Angostura
  • 100 gr Rosinen
  • abegeriebene Schale von 2 Orangen
  • 6 zerquetschte grüne Kardamomkörner
  • 5 Gewürznelken
  • 1 Stange Zimt
  • 150 gr. Zucker
  • 100 gr geschälte Mandeln

Rotwein, Weißwein, Angostura und Wermut mit Orangenschale und Rosinen und den Gewürzen über Nacht ziehen lassen.

Am nächsten Tag erhitzen, den Zucker und die Mandeln zufügen.







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