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"Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
Und siehe, der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
»Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden allen Menschen die guten Willens sind.«
Und als die Engel von ihnen zum Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat."

Lukasevangelium

Engel bedeutet "Bote" und wird in der christlichen Scholastik als ein Mittler zwischen Gott und Mensch angesehen. Ich möchte hier keine Engelskunde anstreben, denn derer gibt es ja mittlerweile mehr, als Engel auf einer Nadelspitze tanzen können.

Als Kind empfand ich in den obigen Worten des Evangeliums immer einen ziemlichen Horror: Einsame Hirten, des Nachts auf dem Felde ... ich sah gespenstische Schatten und ein miserables flackerndes Feuerchen, das die endlose Dunkelheit nicht zu erhellen vermochte. Und plötzlich dieses gespenstische Leuchten... uuuhhhh!

Doch dann: traraaa....DER erlösende Satz: "Fürchtet euch nicht!" Darin fand ich etwas besonders tröstendes, cooles, etwas wirklich Großes. Und ich fand es schon immer besonders interessant, dass den armseligen Hirten Engel erschienen, den drei Weisen aus dem Morgenlande hingegen nur ein simpler Stern. Das hatte was, das meiner Abkunft als Arbeiterkind entsprach.

Die christliche Kunst stellte ursprünglich alle Engel als bärtige Männer dar, kaum von den weltlichen unterscheidbar.

Sie trugen eine weiße Tunika, einen mantelartigen Umhang als Obergewand und Sandalen, eine Kleidung, die bis ins Mittelalter auf den bildlichen Darstellungen die Engelskleidung blieb. Flügel hatten die Engel zunächst nicht, erst seit dem 5. Jahrhundert erhielten alle Engel mächtige Flügel – auch wenn diese in der Bibel lediglich bei den Cherubim und Seraphim zu finden sind – und dazu den Nimbus (Heiligenschein) als Ausdruck ihrer Lichtgestalt.

In der Frührenaissance verwandelten sich die bärtigen Männer in pummelige feixende Kinder, in Putten die wie kleine fette Feen umherschwirrten. Später in der Renaissance wurden die Engel geschlechtslos, androgyn, ja ätherisch. So mögen sie die heutigen Esoteriker noch, die nächtelang in Engelsbüchern schwelgen und gar versuchen die Sprache der Engel, das Henochische, zu verstehen.

Für mich aber bleibt da diese Wahnsinns Lichtgestalt, die da sagt: "Fürchtet euch nicht!" Das ist und bleibt DIE Botschaft schlechthin. Es gibt keine Schönere auf der Welt.

Bild oben rechts: Benjamin Gerritsz Cuyp 1612-1652 "verkündung der Hirten"
Bild Mitte rechts Simon Ushakov (1626-1686) "Der Erzengel Michael und der Teufel"
Bild Mitte links: Raffael (1483-1520)Detail: Saint Nicholas von Tolentino, Kopf eines Engels




ssen.

Essen gehört neben Fernsehgucken zu dem hochoffiziellen Weihnachtstriathlon. Die dritte Disziplin ist wohlgemerkt Trinken. geben wir es zu: der ganze vorweihnachtliche Harmoniewahn ("Dieses Jahr werde ich die Adventszeit einmal richtig genießen") um Freund und Familie treibt jeden noch so hart gesottenen Weihnachtsfan zu Ablenkung, Nahrung und Flüssigkeitsaufnahme. Naja, da gibt's ja noch die Musik, die vielleicht noch das Grundbefinden verbessern mag, solange es keine Muzak aus dem Kaufhaus ist. Richtig abartig süß wird es, wenn man -wie ich- auf amerikanische Weihnachtslieder steht und seine Webseiten zur Hintergrundmusik eines der vielen "Christmas Music" Internetsendern gestaltet. Ihr ahnt ja gar nicht wie viele Versionen von "White Christmas", "Rudolph the Red Nosed Reindeer" oder "I saw Mama Kissing Sanat Claus" es gibt!

Zurück zur Futterkrippe. Da gibt es das Plätzchenbacken. Nein: es ist KEINE vorweihnachtliche Pflicht, sondern eine Art Kunst, die darin besteht, möglich viel Fett mit möglichst viel Zucker zu verbinden. Darin liegt ja das Geheimnis eines guten Plätzchen. Wie meine Oma immer sagte: "Schöne Plätzchen sind keine guten Plätzchen und gute Plätzchen sind keine schöne Plätzchen". Das liegt daran, dass in "schönen" Plätzchen, die also ihre Form bewahren, zu wenig Butter und zuviel Mehl drin ist! Der echte Renaissance Mensch experimentiert und kämpft stets um den perfekten Mürbteig. Anstelle von 1,2,3 (ein Teil Zucker, zwei Teile Butter, drei Teile Mehl), ist er eher auf die erfolgreiche Liaison ala 2,2,1 bemüht.

Und wer mal so richtig in meiner kulinarischen Welt der leiblichen Weihnachtsgenüsse schwelgen möchte, der sehe sich meine Weihnachtsrezepte an.

Und denkt dran: Essen ist und bleibt das zentrale menschliche Zusammengehörigkeitserlebnis. Es IST möglich, Harmonie zu beschwören. Und denkt an die gute Gans, die wegen euch ihr Leben lassen musste. Soll sie etwa umsonst gestorben sein? Nein! Bereitet sie so gut wie möglich zu! Seid liebevoll und respektvoll zu euren Gänsen und Mitmenschen. Dann ist Weihnachten schon gewonnen...

Bild: Norman Rockwell (1894 - 1978)


ntenleber.

Die kommt direkt aus Gottes Speisekammer, Frankreich. Nichts geht über eine gute Entsenstopfleber aus biologischer und tierfreundlicher Mast. Eingelegt in Armagnac und wenig Gewürzen, verfeinert mit Trüffeln, mit einer Konsistenz zwischen Butter und Marzipan: oh segensreiche Kost! Eine wirklich gute Stopfleber kann man bei Bosfood.de bestellen. Sie schmilzt im Mund und feinstes Quitten- oder Apfelgelee ist ein würdiger Begleiter.

An Weihnachten sollte man nicht so sehr auf seine Cholesterin und Triglyceridwerte achten, statt dessen darauf, dass nur das Beste den Gaumenzapfen passieren darf. Und: es muss ja nicht alles in rauhen Mengen sein.







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