ethlehem,

Das Wort "bethlehem" bedeutet in der aramäischen Sprache "Haus des Brotes", wird in der Bibel als Geburtsort von König David benannt und ist natürlich auch der Geburtsort von Jesus Christus, einem Nachfahre des alten Königs von Judäa.

10 km südlich von Jerusalem liegt die Stadt mit der berühmten Geburtskirche im Westjordanland. Eine umstrittene Stätte. Bereits im Mittelalter sang der Dichter Walther von der Vogelweide in seinem (natürlich christlich geprägtem) "Palästinalied", einem der ältesten Weihnachtslieder überhaupt:

Nu allerst lebe ich mir werde
sit min suendic ouge siht
daz reine lant und ouch die erde
den man so vil eren gibt
mirst geschehen des ich ie bat
ich bin komen an die stat
da got mennischlichen trat


Schoenu lant rich unde here
swaz ich der noch han gesehen,
so bist duz ir aller ere:
waz ist wunders hie geschehen!
daz ein magt ein kint gebar
here ueber aller engel schar
war daz niht ein wunder gar?


Kristen, juden und die heiden
jehent, daz díz ir erbe sî.
gót, müeze éz ze rehte scheiden
durch die sîne namen drî.


         Walther von der Vogelweide (ca. 1170 - 1230)

Natürlich kennen wir alles das Bild des eigentümlichen Ehepaares Maria und Joseph, unterwegs zur Stadt von Josephs Ahnen, auf dass sie gezählet werden. Wir alle kennen die Hirtenspiele, wo es immer einen griesgrämigen Wirt gibt (meist vom Klassendicken gespielt), der dem armseligen Trio (ein Esel war ja auch dabei!) die Herberge verwehrt. Aber war es wirklich so?

Wahrscheinlich liegt es mal wieder an einer der zahlreichen Fehlübersetzungen der Bibel. Nie und nimmer wäre es in jener Zeit Sitte gewesen, in seiner Heimatstadt ein Zimmer in einer Herberge zu nehmen. Das wäre ein Affront an der Verwandschaft gewesen! Nein! Platz in der herberge gab es keinen, wohl aber im Kreise der Familie. Aber: da heißt es doch: "Im Stall" und "in einer Krippe". Das ist doch recht armselig oder? Nein: die Häuser jener Zeit und jener Orte waren so gebaut, dass die Wohnräume oberhalb des Stalles lagen. So konnte die Wärme der Tiere nach oben steigen und die im Dezember auch in Bethlehem recht kühle Nachtluft zu vertreiben.

So war eine weich ausgelegte Krippe wohl der wärmste und angenehmste Ort, den man sich denken kann. Aber der Geschichten gibt es viele und die meisten wurden bereits erzählt ...


arbaratag.

Barbara von Nikomedien (dem heutigen türkischen Izmit) war die Tochter eines reichen heidnischen Kaufmanns und lebte im dritten Jahrhundert. Der Vater war wohl ein sadistischer Barbar (glaubt man den Überlieferungen, die an Grausamkeit ihre Gleichen suchen), der seine Tochter eifersüchtig von aller Welt fern hielt.

Barabara ließ sich taufen und fiel somit der tobenden Christenverfolgung anheim. Der Statthalter Marcianus verurteilte sie zur Folter und zum Tode. Der Vater selbst folterte Barbara, bis ihr Körper gänzlich ohne Haut, aus rohem Fleisch bestand.

In ihrer Gefängniszelle erschien ihr Christus und ließ ihre Wunden heilen. Der erbitterte Statthalter ließ sie nun in der Öffentlichkeit mit Keulen schlagen, schnitt ihr die Brüste ab und folterte sie mit Fackeln. Vor ihrem Tod betete Barbara, darauf hin erschien ein Engel und hüllte sie in ein schneeweiß leuchtendes Gewand. Der grausame Vater selbst tötete nun letztendlich seine Tochter mit dem Schwert, worauf er von einem Blitz getroffen wurde und verbrannte.

In den Turm, in den sie ihr Vater einst eingesperrt hatte, schmuggelte sie, so die Legende, einige kahle Kirschbaumzweige, die dort erblühten und Licht in ihr elendes Dasein brachten. Seitdem sammeln wir am 4. Dezember, dem Tage der heiligen Barbara, Blütenzweige, begießen sie mit warmem Wasser und hoffen, dass sie am Christtage erblühen.


ockbier.

Man verzeihe mir das wirre Gemisch in meinem Weihnachts ABC, aber die "state Zeit" soll nicht nur vor Pietät und Brauchtum triefen, sondern es soll auch das Leibeswohl erwähnt werden. Und damit im direkten Zusammenhang steht nunmal das "Bockbier" oder "Weihnachtsbock", ein untergäriges Bier mit einem hohen Stammwürze- und Alkoholgehalt (5-7%).

Auf den Etiketten sind meist allerlei pfiffige Böcklein der Gattung Ziege abgebildet, was aber überhaupt nix mit dem Inhalt der Flaschen zu tun hat.

gebraut wurde die Spezialität zuerst in der niedersächsischen Stadt Einbeck und wurde als "ainpöckisch Bier" bezeichnet. 1614 gelangte es nach München, wo es den Katholiken in der Adventszeit geboten war, streng zu fasten (ist es heute noch, aber naja...). Da kam das gehaltvolle, "flüssige Brot" gerade recht und wurde als "Oabockbier" vermünchnert, was schließlich zum "Bockbier" führte. Na denn zum Wohle!







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