Von Walburga, Sabbat, Bergen, Besen, Östrogen, Hasen und Bocksgottheiten
oder von den Geheimnissen des wilden Frühlings




"Die Nacht vor dem 1. Mai aber ist die Walpurgisnacht, wo sich nach dem alten Volksglauben Hexen und Geister noch einmal tummeln dürfen, bis sie vor dem Anbruch des neuen Tages zurückweichen müssen in die ewige Finsternis.

Im symbolischen Bilde der Walpurgisnacht spiegelt sich noch einmal das Erscheinen der gottgeweihten Jungfrauen (wie Walburga, Äbtissin des Klosters heidesheim darin gestorben a.d. 778) in den germanischen Wäldern. Wohin sie kamen wichen die Wotanspriester, die Kobolde und Nachtmare zurück, die heiligen haine mit den Opfersteinen und Tierschädeln verschwanden aus Sumpf und Bruch wurde Ackerland, licht wurden die Urwälder und licht die vom Aberglauben umdüsterten Menschenseelen" (alter Text)

 

WALBURGA, von dem Wort Walburg, "Bergerin der Gefallenen" stammend, war eine Fürstentochter des 8. Jahrhunderts und als solche nach der germanischen Mythologie bereits in den kreis der Schlachtjungfrauen oder Walküren aufgenommen. Ihre Heiligsprechung am 1. Mai, machte sie zur Herrscherin hexischer Umtriebe und zur Beschützerin vor Zauberei.

 

Des Teufels grüne Farbe

 

In den Gebieten nördlich der Alpen, in denen der Hexensabbat gefeiert wurde, finden wir auch die grüne Farbe des Dionysos wieder.(Seine Pflanzen sind rankende, wie Immergrüne und Efeu). Der Sabbatdienst der Anhängerinen jener Kraft, die auf der Schwelle zwischen Heiden- und Altertum, zwischen Neuzeit oder Rationalismus erschien, fand auf Berggipfeln statt. Sei es auf dem Harzer Brockjen oder auf dem heuberg in der rauhen Alp Schwabens.

 

Dort begegneten sich die Kulturen des Frühlings. Kräuterkundige und Hebammen, ehedem Anhängerinnen des Dionysos (siehe auch Hekates Töchter mit den vertriebenen Geistern der Winterzeit und den aufkommenden des Frühlings.

Sie reiten auf BESEN, sei es, um dessen Anmutung als phallisches Symbol auszunutzen, sei es, weil durch ihr extatisches Treiben gewöhnliche Gegensände mitgerissen wurden (diese Vorstellungen sind auch im jiddischen Sagenkreis vorhanden), sei es um zu demonstrieren, wie sie sich über klassiche Alltagsinsignien wie der besen erhoben!

Ihr FLUG ist das Zeichen unbändiger Begeisterung. Die neue Wahrheit mischt sich mit der alten und das Ergebnis steigt ungebremst in den Himmel.

Auf den BERGEN der Versammlung, treffen sie sich, denn sie sind auch teil einer zigeunerischen Macht, jener "Vögel ohne Flügel", denn auf den bergen wohnen die Dämonen und Götter, dort ist man den Sternen nah, genauso wie den tiefsten Abgründen.

Sie verwandeln sich in allerlei GETIER, vor allem Hasen, denn das Gestirn des Hasen ist der Mond, er ist das Symbol der Fruchtbarkeit und des keimenden Frühlings, er das Sinnbild des Gejagten....auch sie werden gejagt, aber sie sind schnell, wie im Fluge entweichen sie ihren Häschern, den Hunden (wie die Mänaden vom Wolfskönig gejagt wurden). Der Hase ist das alte Wappentier der Göttin OSTARIA oder ISTRIS, von der wir nur noch den Begirff des Östrogens haben, jener heidnischen wilden Göttin des Frühlings, des Haselstrauches, des Mondes, gejagt von den Bischöfen einer lustfeindlichen Religion, jetzt versteckt in den kindlichen Bildern des Osterfestes).

Sie treffen sich mit ihrem Oberdämonen, der in BOCKSGESTALT auftaucht, ein Gespenst wie wir es aus den mythologien her kennen, sei es als PAN, als Baphomet.

Von ersterem wird gesagt, daß die Priester Griechenlandes bei der Geburt Christi verkünden liesen:" Der große Gott Panb ist tot!", sie wußten um den Tod der alten und um die Erstehung der neuen Zeit!

 

Der Bock, Sinnbild des Teufels, des Verführers, aber auch des großen Emanzipators, der die Menschen aus dem Paradies vertreiben ließ, damit sie "seien wie Gott" ist die größte Hass- und Furchtgestalt des Christentums: er symbolisiert einerseits das alte, triebhafte, heidnische und andererseits das unzähmbare, unlenkbare Prinzip der Befreiung.

Wenn die Zeit reif ist, werden wir der Aufklärung wieder abschwören, unsere Bocksgestalten aus den Kellern der Märchen, Mythen und Träume holen und uns in die Lüfte erheben. Wir werden die Götter der Wissenschaft und Technokratie wie einst die Olympier die Titanen entmannen und uns eines Neuen, Besseren besinnen, das weder im trüben Brei mystischer Wehlosigkeit, noch in den eiskalten Ketten herzloser Wissenschaften gefangen ist. Wir selbst werden dann zur Abwechslung die Götter sein!


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